Lamb Of God - Into Oblivion

Groove Metal • Modern Metal • Heavy Metal • Metalcore
(39:16; Vinyl, CD, Digital; Century Media/Sony Music; 13.03.2026)
Lamb Of God sind wieder da – mit einem Album, das so zuverlässig nach Apokalypse klingt wie ein Blizzard im August. Zehn Songs, aufgenommen an mehreren Orten, produziert von Josh Wilbur, mit Randy Blythe, der so überzeugend schreit, dass man fast glaubt, er predigt live auf einem Metall-Thron. „Into Oblivion“ ist genau das, was man von der Band erwartet: gnadenlos, groove-getrieben, technisch versiert – und mit einem Hauch von sozialkritischem Nihilismus obendrauf.
Die Singles ‚Sepsis‘ und ‚Parasocial Christ‘ hatten schon klargemacht, wohin die Reise geht: ein Rückgriff auf die Wurzeln, ein Blick auf die Underground-Bands von Richmond und eine dröhnende Ansage, dass das Internet uns alle gleichschaltet, während wir uns freiwillig versklaven.
‚Blunt Force Blues‘ und ‚St. Catherine’s Wheel‘ erinnern daran, warum Lamb Of God nach über 25 Jahren immer noch relevant ist – brutal, tight und mit der punkigen Attitüde ihrer Anfangstage.
Unter den Highlights steht für mich ‚El Vacío‘, das zwar stimmungsvoll und breit angelegt ist, aber ein wenig mehr Offenheit vertragen könnte. Es ist ein Song, der die Schwere des Albums auflockert, ohne jemals in Harmonie-Verklärung zu versinken – schade nur, dass Lamb Of God ihn nicht noch ein Stück mutiger ausfalten.
Wer auf Live-Wucht und Studio-Aggression steht, wird „Into Oblivion“ lieben. Zuhause unter Kopfhörern kann einen die Präzision und Vielfalt der Gitarrenarbeit regelrecht überwältigen. Dennoch: Wer nach unerwarteten Eskapaden oder neuen, unkonventionellen Pfaden sucht, könnte sich stellenweise ein wenig eingeengt fühlen.
Also ja, „Into Oblivion“ ist heavy, tight und groove-getrieben wie immer. Wer allerdings gehofft hat, Lamb Of God würden plötzlich Jazz- oder Ambient-Eskapaden einstreuen, kann sich das wohl abschminken. Aber hey – wer braucht schon Experimente, wenn man stattdessen in jedem Riff einen apokalyptischen Prediger findet, der einem ins Ohr brüllt, dass die Welt im Eimer ist? Luxusprobleme von Prog-Haeads nennt man sowas.
Lamb Of God liefern ein souveränes, aggressives Metal-Album, das ihre Stärke, Erfahrung und Roots in den Vordergrund stellt. Wer die Band liebt, bekommt genau das, was sie erwartet – und ein bisschen mehr. Wer Überraschungen sucht, wird hier nur sparsam fündig.
Bewertung: 10/15 Punkten
Tracklist:
- ‚Into Oblivion‘ (03:34)
- ‚Parasocial Christ‘ (03:20)
- ‚Sepsis‘ (03:38)
- ‚The Killing Floor‘ (04:16)
- ‚El Vacío‘ (04:17)
- ‚St. Catherine’s Wheel‘ (04:05)
- ‚Blunt Force Blues‘ (04:11)
- ‚Bully‘ (04:13)
- ‚A Thousand Years‘ (03:53)
- ‚Devise / Destroy‘ (03:49)
- ‚Wire‘ (Bonus Track)‘ (03:35)

Besetzung:
• Randy Blythe – Vocals
• Mark Morton – Guitar
• Willie Adler – Guitar
• John Campbell – Bass
• Art Cruz – Drums
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Oktober Promotionname zur Verfügung gestellt.