Helicon x Al Lover - Arise
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Trip Rock • Neo Psychedelia • Electronica
(40:32; Vinyl, CD, Digital; Fuzz Club Records, 26.01.2026)
Bei dieser Platte braucht es keine Drogen, sie funktioniert wie pure Rauschmittel, dank euphorisch-psychedelischer Melodien, trippy Grooves und einer durchdringend transzendenten Stimmung.
Sowas kann passieren, wenn eine psychedelische Indie-Rock-Band mit einem DJ/Producer aus eher Dance-affinen Regionen in eine gemeinsame Kollaboration findet. Alles wird auf die Spitze getrieben, schmeckt maximal geschmacksverstärkt und frisst sich bei voller Lautstärke schwer in jede Pore.
The Oscillation, Ride, Shoegaze Pop, ganz frühe The Verve, The Third Sound, The Heaters, New Candys, englischer Psych Rave Rock/Pop der frühen 90s, Electronica, Dub, ein minimaler Hauch Drum ’n‘ Bass und alles schön in einen großen Topf angerührt. Sämtliche euphorische Substanzen gibt es rezeptfrei oben drauf und fertig ist dieser farbenfrohe, moderne Dance Psych Pop/Rock. Ziemlich bunt, ziemlich aufdringlich, ziemlich atmosphärisch und voller friedlich-optimistischer Melodien.
Im Opener ‚Arise‘ groovt man mit tiefer Verbeugung vor dem guten alten Madchester Rave/Dance Rock – ganz im Sinne einer Band wie den Stone Roses – natürlich mit den musikalischen Mitteln der Neuzeit. Das folgende ‚Backbreaker‘ ist einfach nur ein Hit: treibend, hypnotisch, mit geiler Chorus-Line und mehrstimmigem Gesang – Flöten, orientalische Melodien gibt’s noch obendrauf.
‚Tabula Rasa‘ rockt ebenfalls leicht, instrumental treibend und maximal schmissig – Bands wie die Shoegaze-Helden Ride stehen hier Pate. Perlende Gitarren, alles schön in psychedelische Pop-Farben getaucht und von betörender Atmosphäre und Eingängigkeit.
Fluoreszierende Farben, Night Clubs im Neonlicht, psychedelisch-poppig verfremdete Vocals, entspannte Grooves, mit denen sich ‚It Won’t Stop‘ in halluzierend-fiebriger Stimmung durch die Großstadt-Nacht manövriert. ‚Adjust The Dosage‘ spielt zurückgelehnt, wabernd wie The Verve auf ihrem unerreicht betörenden Debüt – melancholisch, psychedelisch geht’s hier direkt durch ein Meer von Wolken.
Absolut schwerelos ist dieser substanzaffine Sound, und diese abgehobene, sanft schwebende, aber auch euphorisch rockende Attitüde trägt sich mit eingängigen und betörenden Harmonien durch die komplette Veröffentlichung. Diese Platte ist hoch dosierte Hypnotika – halluzinierend, trippy und voller wabernder Sitar-Grooves – also schnall Dich ab und fliege mit „Arise“!
Bewertung: 12/15 Punkten
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Abbildungen: Helicon/Bandcamp