Gjenferd - Black Smoke Rising
Vintage Hard Rock •
(41:53; Vinyl, CD, Digital; Apollon Records; 06.03.2026)
Das selbstbetitelte „Debüt“ war lässig aufgestellt in Sachen Retro/Vintage Hard Rock, huldigte man stilvoll den alten Helden der frühen 70’s und passte damit hervorragend zwischen Deep Purple, Kadavar und Siena Root.
Mit dem Nachfolger macht man jetzt nicht so vieles anders. Man merkt, dass die Jungspunde den alten raubeinigen Vintage Hard Rock und die traditionellen Melodien des Classic Rock lieben.
Gleich im Opener ‚Crimson Rain‘ wird ohne Umschweife nach vorn gerockt und ja, schmissig und eingängig duellieren hier Orgel und Gitarre, und weil’s so viel gute Laune macht, geht’s in ‚Bound To Fall‘ so weiter – zwar hier und da etwas vertrackter und zusätzlich mit kleinem Orgel-Solo aufgepeppt – die Spielfreude ist in jedem Fall enorm.
Knochentocken wird in ‚Black Smoke‘ weitergerockt, etwas orientalisch anmutende Riffs finden sich zusätzlich und es klingt alles so als wäre es 1971. Man hat hier ähnlich viel Spaß am Hören wie seinerzeit bei den Schweden Siena Root auf „Pioneers“, wobei die Norweger deren Klasse nicht ganz erreichen. Drei der vier Musiker sind auf jeden Fall mit den Vocals dabei, die mehrstimmigen Chorus-Einlagen sind somit absolut gefällig.
‚Calling Your Name‘ nimmt dann endlich den Fu? vom Pedal, es wird balladesk, sphärisch, episch und kosmischer, dank weicherer Vocals und Flöten. So muss das! Und ich weiß, dieser Ansatz war mir schon auf dem Debüt zu wenig wertgeschätzt, bei all der Lust auf Rock. Druck liegt dennoch auch hier auf den Riffs – konsequent psychedelisch und schwebend geht es also nicht zu.
Die bluesigen Schlenker ‚The Thrill‘ und ‚The Silence‘ rocken langsam, schön melancholisch in die Breite – das kurze Intermezzo ‚Stillferd‘ intoniert wieder mit diesen lieblichen Flöten (frühe Camel, King Crimson), ‚Ride On‘ spielt mit luftigen, kosmisch-psychedelischen Sounds und am Ende gibt es mit dem epischen ‚Like Wildfire‘ den passenden kosmischen Long-Track als krönendes Finale.
Für Freunde der frühen Jahre des Rock/Metal wird leidenschaftlich mit Soli, Orgel und schroffer Attitüde gerockt. Abwechslung und gut produzierter Sound sei versprochen und wer keine Innovationen sucht, wird hier bei den Norwegern erneut stilecht mit der vollen Vintage-Keule unterhalten.
Bewertung: 11/15 Punkten
Besetzung:
• Jakob Særvoll – Keyboard and vocals
• Vegard Bachmann Strand – Guitar and vocals
• Samuel Robson Gardner – Bass
• Sivert Kleiven Larsen – Drums and vocalsetc.
Surftipps:
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Apollon Records zur Verfügung gestellt.
