Consequence Of Energy - We Are One
Alternative Metal • Crossover • Grunge
(59:13; Vinyl, CD, Digital; Los Lobos Records/Awal; 30.01.2026/01.03.2026)
Wer die EP „Stairway To 11“ vom vergangenen Oktober mochte, wird sich auf „We Are One“ sofort zurechtfinden. Fünf der damaligen Songs tauchen auch auf dem Debütalbum wieder auf – diesmal eingebettet in ein 12-Track-Setting, das den Sound der Chilenen etwas breiter aufstellt. Produzent Garth Richardson spricht im Pressetext pathetisch von „Energie statt Songs“. Klingt nach Kalenderweisheit, passt aber erstaunlich gut zum atmosphärischen Ansatz der Band.
Stilistisch bleibt das Fundament klar im 90er-Alternative-Metal verankert: Alice In Chains, Soundgarden, Audioslave, Deftones, Tool und Rage Against The Machine gelten als Einflüsse der Band – und sind deutlich hörbar. Gleichzeitig experimentieren Consequence Of Energy mit Raum, Texturen und ungewöhnlichen Klangfarben – etwa mit tribalartigen Percussions, indigen anmutenden Flötenklängen, Sprechchören und Ambientflächen.
‚Into The Void‘ führt diese Stimmung fort, nur tiefer, zäher, dunkler. Wer Therapy?s „Infernal Love“ noch im Ohr hat, wird sich hier zu Hause fühlen – bloß mit mehr Wut im Bauch und einem deutlich dichteren Sound.
Den ehemaligen EP-Closer ‚We Are One‘ an den Albumanfang zu stellen, erweist sich dabei als gute Entscheidung: tribal, hypnotisch, atmosphärisch – ein starker Einstieg. ‚Searching For Light‘, und ‚Freedom‘ liefern weiterhin druckvollen Alternative Metal, während ‚Gaia‘ die ruhigere Seite zeigt.
Bei den neuen Songs stechen vor allem ‚Surrender‘ („Wildhoney“-Atmosphäre trifft auf Tool-Rhythmik, die Energie von Therapy und den Grunge von Alice In Chains) und das eingängig-druckvolle ‚Cosmic Canoe‘ hervor. ‚Believe‘ bringt mit dreckiger Punk-Attitüde Tempo ins Spiel, „Naturally Yours‘ setzt danach bewusst auf düstere Dynamik. Besonders abwechslungsreich gerät ‚Learn To Listen‘, das mit didgeridooartigen Klängen, Indie-Gitarren, Breaks und großem Chorus überrascht.
Der Closer ‚Bridge Divide‘ bündelt schließlich noch einmal Atmosphäre, Härte und Weltmusik-Elemente und schlägt damit elegant den Bogen zurück zum Opener.
Unterm Strich bestätigt „We Are One“ das Potenzial der EP: Consequence Of Energy verstehen es, Melodie, Härte und Atmosphäre auszubalancieren. Dass ein Teil des Materials bereits bekannt ist, fällt im Albumkontext kaum ins Gewicht.
Bewertung: 11/15 Punkten
Tracklist:
- ‚We Are One‘ (4:44)
- ‚Searching For Light‘ (5:18)
- ‚You Can´t Change Me‘ (4:24)
- ‚Surrender‘ (6:43)
- ‚Into The Void‘ (4:29)
- ‚Freedom‘ (4:10)
- ‚Gaia‘ (4:13)
- ‚Cosmic Canoe‘ (6:16)
- ‚Believe‘ (3:46)
- ‚Naturally Yours‘ (5:52)
- ‚Learn To LIsten‘ (3:48)
- ‚Bridge Divide‘ (5:30)

Besetzung:
• Rodrigo „Roli“ Cortés – Gitarre
• Diego Sagredo – Gitarre/Synthesizer
• Michael Bianchi – Gesang
• Pedro Santander – Bass
• Amaru López – Schlagzeug
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise Starkult zur Verfügung gestellt.