Black Lung - Forever Beyond

Stoner Rock • Psychedelic Blues • Alternative Rock
(35:33; Vinyl, CD, Digital; Magnetic Eye Records; 06.03.2026)
Die Amis gehören innerhalb des Psychedelic-/Stoner-Universums mit ihren durchgehend starken Alben längst zur gehobenen Liga.

„Forever Beyond“, die mittlerweile fünfte Rille, verschiebt nach der bereits offener agierenden „Dark Waves“ nochmals die Linien und Grenzen weiter in Richtung aktueller Alternative-Schemata, was der Band mit ihren eh schon großen Melodien und Hooks als natürliche Entwicklung zugestanden werden kann.

Die Musiker verstehen dieses Album als klares, positives politisches Statement gegen das Politische Establishment, vor allem die Politik ihres Präsidenten.

Zum musikalischen Teil: Grunge-, Post-Rock-, Heavy-Psychedelic-Blues- und traditionelle Rock-Einflüsse harmonieren längst mit der einprägsamen Stimme des charismatischen Frontmanns David Cavalier. Man findet sich hier und da mit hymnischen Leise-Laut-Dynamiken im Dunstkreis von Crippled Black Phoenix und ähnlichen Vertretern der Zunft wieder, wobei der Fokus meist auf griffigen, kurzen Songs mit einprägsamen Refrains beruht.

Psychedelische Einflüsse sind natürlich weiterhin als Spurenelemente hörbar, wie exemplarisch im hymnisch aufgeladenen Space-Rock-affinen Opener ‚Traveler‘. Das zu kurze ‚Death & Co‘ beginnt vertrackt, rockt später angenehm hymnisch durch die Wolkendecke, während ‚Forever Beyond Me‘ mit dicken Riffs und schmissigem Indie-Rock-Refrain den QOTSA huldigt.

Angenehm sphärisch, latent düster begeistern die wühlenden Refrains von ‚Saviour‘ und ‚Follow‘ mit großen Melodien. Ein Hauch Vintage Rock, rauschhaft-perlende Post-Rock-Gitarren, Wall of Sound und einnehmend-emotionale Vocals ihres Ausnahmesängers sind Qualitätsmerkmale im Set der Amis.

Leider ist diese neue Rille der Amis nur knapp 35 Minuten lang – dafür aber mit allen Wassern der Zunft gewaschen – sie weiß mit fordernden Ecken und Kanten, massiver Produktion und großen hymnischen Momenten zu begeistern. Ich habe die Jungs vor Jahren mit den Holländern von Dool erlebt – also falls es ein Live-Event in eurer Nähe gibt, lasst euch den charismatischen Fronter nebst Band nicht entgehen.
Bewertung: 13/15 Punkten


Besetzung:
David Cavalier – vocals, guitar
Dave Fullerton – guitar
Elias Schutzman – drums, keyboard,
Mac Hewitt (live) – bass, vocals-live

Recording Line-Up:
Dave Fullerton – guitar
Elias Schutzman – drums, percussion, mellotron, synth, bouzouki
Dave Cavalier – vocals, guitar
Charles Braese – bass

Gastmusiker:
Ms. Sara – vocals on ‚Traveler‘
Robert Karpay – cello on ‚Follow‘

Surftipps:
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von All Noir zur Verfügung gestellt.