A Cosmic Trail - Third


Instrumental • Progressive Metal • Atmospheric Post Rock
(40:18; CD, Digital, Eigenveröffentlichung; 13.03.2026)
Diese deutschen Vorzeige-Instrumental-Prog-Metaller waren lange weg in Sachen neuem Release (knapp dreizehn Jahre). Die beiden ersten Veröffentlichungen genießen aus meiner bescheidenen Sicht bereits einen Sonderstatus: cineastischer, vollmundiger, ausufernder Prog Metal – instrumental und maximal dynamisch.

Mit dem dritten Act gibt es, wie nicht anders zu erwarten, die volle Qualität. Vier epische Tracks, die mit dem eröffnenden ‚Terra 877‘ knapp 15 Minuten das volle Brett zwischen leise und majestätisch-pompös auffahren.

Dynamik satt, eine vollmundige Produktion und permanenter Druck – auch hier bleibt kein Auge trocken. Immer futuristisch in Szene gesetzt, spielt man eine Variante des modernen Progressive Metal, die orchestrale Post-Metal-/Post-Rock-Einflüsse wie selbstverständlich mit einfließen lässt und auch vor weiblichem Sopran nicht zurückschreckt. Was mir beim Hören nie passiert, ist, dass ich irgendwann die Aufmerksamkeit verliere – es passiert einfach immer etwas.

Den Mannen um Markus Ullrich gelingt es durchgehend die Spannungskurve zu crashen:permanenter Schub in Sachen Drums und Riffberge, gezielte Momente der Stille und spannende Sprach-Samples geben der Musik erneut stellenweise etwas Hörspiel- oder Soundtrackhaftes. Die dahin gehauchten Sopran-Momente, die kosmischen Space-Elektronik-Fundamente – generell der orchestrale Ansatz – gehen mit den dynamischen Kompositionen wundervoll in Einklang.

Ähnlich solchen Bands wie Disillusion oder hier und da Opeth gibt man nie einfach nur Gas – im Gegenteil: Man schiebt, stapelt und drückt fortwährend die Dynamikkurve, lässt Drums und Gitarren Schicht um Schicht anwachsen. Das ergibt auch diesen irgendwie fühlbar modernen Hauch so mancher Post-Metal-Band – ohne A Cosmic Trail damit einen festen Stempel zu verpassen. Atmosphäre und Dynamik sind auch auf dem dritten Act der Schlüssel zum Glück.

Wer es sich gern zwischen Doom, hymnischem Post-Metal und atmosphärisch progressivem Metal gemütlich macht, Lust auf lange Abfahrten und Epik mitbringt, wird mit der prallen Produktion, den Chören und dem frohlockenden Dauer-Duell zwischen Drums und detailverliebten Gitarren seine Freude haben – da bin ich mir ziemlich sicher.
Bewertung: 12/15 Punkten


Besetzung:
Markus Ullrich – composing, guitars, synth pedal, bass guitar & keys
David De Liniers – drums
Victoria – sopran vocals
Andy Horn – mix & mastering

Surftipps:
Bandcamp
YouTube
Rezensionen, Liveberichte & Interviews

Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von A Cosmic Trail zur Verfügung gestellt.