Paul Draper - Mansun Retold
Orchestral Brit Pop • Alternative • Unplugged
(50:33; Vinyl, CD, Digital; Kscope; 20.02.2026)
Unter Hinzunahme von Paul Walton als Produzent (u.a. The Cure, Oasis) und der Unterstützung von Mansun-Drummer Julian Fenton schaut der Mansun-Frontmann in die eigene Historie zurück und interpretiert einige seiner Lieblingssongs im halbakustischen Gewand. Er selbst spielt auf dieser Platte Akustikbass, Akustikgitarre und Piano.
Mittlerweile seit Jahren beim renommierten Label Kscope untergekommen, freue ich mich über ein Wiederhören, waren Mansun doch nach jahrelang eigenem Coming of Age in den Nineties zwischen dunklem Metal und Wave, parallel zu Porcupine Tree Ende der 90s eine meiner ersten Entdeckungen in Sachen Progressive/Brit Rock, und das dazugehörige dritte Album der Band „Little Kix“ war seinerzeit leider schon der Schwanengesang der Band. Für mich waren die Briten viel mehr als der übliche Brit-Pop-Schick, hatten ihre ganz eigene elegante Soundvision aus orchestralen Melodien, 80er Pomp und Glam-Tendenzen.
Draper hat einfach diese besondere Stimme und ein Song wie ‚I Can Only Dissapoint U‘ oder die wunderschöne Ballade ‚Until The Next Life‘ laufen heut noch ohne Verschleiss auf vielen hausgemachten Samplern. Die Neu-Interpretationen sind nicht skelettiert auf’s typische Unplugged-Gerüst, sondern rocken warm, ohne den Strom einer E-Gitarre zu integrieren. Draper klingt etwas weniger dramatisch als auf den Urversionen, bleibt aber in den meisten Versionen relativ nah an den Arrangements und Stimmungen der Originale.
Allein die Tatsache, dass Draper beim Qualitäts-Label Kscope eine Heimat gefunden hat, finde ich bemerkenswert und zeigt die Reputation dieses Ausnahmesängers. Zusammenarbeiten, zuletzt mit u.a. Steven Wilson, sollten nicht unerwähnt bleiben. Die Solo-Alben der letzten Jahre sind im Vergleich zum seinerzeit episch-progressiven Mansun-Pop eher speziell und eigenwillig zu nennen.
Der meist balladeske Sound hier gehört für mich neben The Divine Comedy, den orchestralen Alben eines Marc Almond und vielen qualitativ hochwertigen Suede-Alben zum 1.-Klasse-Arsenal britisch-alternativer Pop-Releases. Songs wie ‚Comes As No Surprise‘ oder ‚Wide Open Spaces‘ ziehen nach Jahren noch immer in den Synapsen. Schöne Idee dieses Album.
Bewertung: 12/15 Punkten

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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von cmm zur Verfügung gestellt.