Jack Harlon & The Dead Crows - Inexorable Opposites

Psychedelic Western Fuzz Rock
(43:31; Vinyl, CD, Digital; Magnetic Eye Records; 06.02.2026)
Die traurige Wahrheit ist, dass das wirkliche Leben des Menschen aus einem Geflecht unerbittlicher Gegensätze besteht – Tag und Nacht, Geburt und Tod, Glück und Leid, Gut und Böse. Wir sind uns nicht einmal sicher, ob das eine über das andere siegen wird, ob das Gute das Böse besiegt oder die Freude den Schmerz. Das Leben ist ein Schlachtfeld. Es war immer so und wird immer so sein; und wäre es nicht so, hätte die Existenz ein Ende. – Carl Gustav Jung
Music from Down Under. Fiktive Western Outlaw Themen rund um Jack Harlon, etwas kruder Sci-Fi Habitus, Desert-Aromen und viel, viel Fuzz in den Pedalen machen diese Mucke zu einer lässig, groovigen Show. Wer sich mit der melodischen Attitüde, dem Schmackes der Black Angels gerne den Kopf einrühren lässt – Monster Magnet mit all seinen überdrehten Pathos-Momenten feiert – der wird in diesen acht Songs eine mögliche Alternative wahrnehmen.
Zwischenmenschlich, emotionale Themen sind auf der aktuellen Rille im Fokus und wenn man wie im manisch, düsteren ‚Dave Is Done‘ den Gang rausnimmt – in bester Dave Wyndorf-Manier (Monster Magnet) phrasiert, dann später mit brachial-dreckig volltönenden Fuzz tiefgreifende Furchen zieht, dann jubiliert das Synapsen-Areal.
Mit Ton-Ingenieur und neuem Drummer nach zuletzt immer in Eigenregie produzierten Alben geht man wohl den nächsten logischen Schritt und ja, das Album kommt in seiner knappen Dreiviertelstunde dramaturgisch kurzweilig ins Ziel. Gerade die bluesig/balladesken Momente wie in ‚On the Overwhelm‘ ziehen lässig ihre Bahn.
Der pathetisch-verstrahlte, immer etwas verfremdete Gesang von Tim Coutts-Smith thront genüsslich über dem dichten Soundfundament, hier ein Paar Slide – da ein Haufen psychedelisch fuzzige Akkorde und schon ist man gefangen im Sonnenuntergangs-Firmament einer ewigen Wüste. ‚To Die‘ halluziniert in bester Jim Morrison Paranoia dem spirituellen Tod in dieser Wüste entgegen und schafft damit den perfekten, trippigen Ausstieg aus einem sehr abwechslungsreichen, rockigen Fuzz-Album. Kein Genre-Hit – aber eine in sich stimmige Desert-Rock Spielwiese – die mit guter Produktion und starken Songs eine passable Duftnote zu setzen weiß.
Bewertung: 11/15 Punkten
Besetzung:
• Tim Coutts-Smith – vocals, guitar
• Jordan Richardson – guitar
• Brayden Becher – drums
• Liam Barry – bass
Surftipps:
• Linktree
• Bandcamp
• YouTube
• Rezensionen, Liveberichte & Interviews
Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Magnetic Eye Records zur Verfügung gestellt.