Ines – Hunting The Fox + Eastern Dawning
Symphonic Prog • Neo Prog
(72:11, 64:01; 2-CD, Digital; Tempus Fugit; 18.11.2025)
Die 1994 bzw. 1996 auf Music Is Intelligence erschienenen ersten beiden Alben der Stuttgarter Keyboarderin Ines Fuchs sind nun auf dem Tempus Fugit Label neu aufgelegt worden, und zwar als Doppelalbum mit jeweils remasterten Versionen der beiden Alben.
Ihr Ehemann Hansi Fuchs hat bereits einige Alben unter dem Namen Fuchs zu verbuchen, allesamt auf dem Tempus Fugit Label. Um Verwechslungen zu vermeiden, sind alle vier Alben von Ines Fuchs unter dem Namen Ines veröffentlicht worden.
Mit „Hunting The Fox“ trat Ines Fuchs 1994 erstmals in der Progszene in Erscheinung. Bei ihrem Debüt war sie schon in Sachen Spielzeit nicht knauserig und bot satte 72 Minuten Musik an, die voll ins Beuteschema der Fans des seinerzeit recht angesagten Neo Prog passte. Hilfreich war dabei sicherlich auch, dass einige zur damaligen Zeit halbwegs bekannte Namen mit von der Partie waren. So zum Beispiel Musiker der italienischen Formation Asgard, die kurz vorher ihr viertes Album „Imago Mundi“ veröffentlicht hatten, sich danach aber (zunächst) auflösten.
Mit der Ausnahme eines kurzen Instrumentals wurden alle Tracks von Ines komponiert, die Texte stammen von ihrem Ehemann Hansi Fuchs. Herausgekommen ist ein schönes Neo Prog-Album, auf dem die Protagonistin zwar die Richtung vorgibt, sich aber nicht über die Maßen in den Vordergrund stellt. Das zeigt bereits der flotte instrumentale Opener ‚Overture‘, auf dem eher die Gitarre die Akzente setzt. Auf der Gesangsposition wird für Abwechslung gesorgt und mit einer Personalie auch eine veritable Überraschung präsentiert.
Nach Chico Grosso (Asgard) und Hansi Fuchs, die sich im zweiten Track ‚In The Distance‘ den Gesang teilen, taucht nämlich auf dem nachfolgenden Song ‚Water‘ (und später auch auf weiteren Titeln) ein gewisser Harald Bareth auf – Kennern der deutschen Progszene natürlich als Sänger und Bassist von Anyone’s Daughter in deren frühen Phase bekannt, als sie noch diesem Genre zuzuordnen waren. Der nachfolgende Titel ‚Mother Moon‘ bietet deutlichen Kontrast in puncto Gesang, denn Baggi Buchmann klingt eher nach einer Light Version von Bernardo Lanzetti.
Es folgt der einzige Titel des Albums, der nicht von Ines stammt, nämlich das Solo von Massimo Michielotto an der akustischen Gitarre, betitelt ‚Union Part I‘. Auf dessen zweiten Teil folgt mit ‚In The Dark Of The Night‘ ein 10-Minuten Song, der – wie die meisten anderen Songs – gut ins Ohr geht und schöne Melodien parat hat, wobei dabei auch mal ein symphonischer Part mit Mellotronsounds eingebaut ist.
Abgeschlossen wird das Album mit dem wunderbaren instrumentalen Titelsong, dessen Intro ein wenig an ‚A Spaceman Came Travelling‘ erinnert und eine massive Portion an Tastenarbeit enthält.
Ines blieb fleißig und konnte schon im darauffolgenden Jahr das nächste Album aufnehmen und schließlich 1996 veröffentlichen. „Eastern Dawning“ ist der Titel und an der Grundausrichtung und den beteiligten Musikern änderte sich kaum etwas. Die Gesangsparts teilen sich erneut Hansi Fuchs, Chicco Grosso, Davide Piai und Harald Bareth. Und wie auch beim Debüt gibt es einen Titel von Massimo Michielotto – erneut ein Solo auf der akustischen Gitarre. Die Titel, an denen Bareth beteiligt ist, scheinen wieder wie für ihn gemacht zu sein, denn seine Stimme passt perfekt dazu. So zum Beispiel im wunderbaren ‚Winter‘, einem Highlight des Albums, inklusive Mellotron-Sounds und Holzbläser. Und auch das Intro zu ‚New Age Dawn‘ (Prelude) besticht durch das feine Zusammenspiel von Tasten und Bläsern und zeigt, dass Ines sich auch sehr stilsicher im Symphonic Prog Bereich bewegen kann.
Gelungener melodischer Neo Prog aus dem Hause Fuchs mit Unterstützung von u.a. Asgard-Musikern und dem ehemaligen Anyone’s Daughter Sänger Harald Bareth, nun noch mal neu aufgelegt in einer remasterten Doppel-CD Ausgabe auf dem Tempus Fugit Label.
Bewertung: 10/15 Punkten
Besetzung:
• Ines Fuchs – keyboards
• Hansi Fuchs – vocals / guitars
• Harald Bareth – vocals
• Chicco Grosso – vocals
• Baggi Buchmann – vocals
• Davide Piai – vocals
• Massimo Michielotto – guitars
• Klaus Mayer – guitar
• Ulbi Ulbricht – bass
• Chris Bianchi d’Espinosa – bass
• Thomas Schaufler – drums
Gäste:
• Armin Berndt – clarinet
• Nico Winandy – oboe / English horn
• Ivan Nardini – guitar
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Abbildungen: Ines