Golden Hours - Beyond Wires

Kraut Rock • Psychedelic Wave Rock • Post Punk
(42:45; Vinyl, CD, Digital; Fuzz Club; 06.02.2026)
Diese spezielle Band-Konstellation (u.a. Members von Tricky, The Fuzztones, The Brian Jonestown Massacre, Gang Of Four) geht in die zweite Runde. Stationiert in Brüssel und Berlin, spielt man einen meist eingängigen Mix aus dunklem Aternative Rock, bindet zusätzlich Einflüsse aus gemäßigtem Post Punk, Psychedelia, Indie – und Kraut Rock.

Die Songs haben Laufzeiten von meist vier Minuten, sind gut auf den Punkt gespielt und wer zwischen melodischen Swans, The National, Spacemen 3, Interpol, Black Swan Lane und The Church noch Platz hat, dem sei „Beyond Wires“ ans dunkler vibrierende Herz gelegt.

Zu experimentell, gar düster wird es letztlich nie – man spaziert eher durch späte nächtliche Locations, spricht verlorene Seelen an und das kleine fiebrige, urbane Flimmern gibt es somit automatisch inklusive im Paket. Zwischen sanft psychedelisch, fast Goth-affin (‚Book Of Lies‘ und ‚Voices‘) und hypnotisch dunklem Kraut Rock (‚The Same Thing‘) sind die Ausschläge im Liedgut nie zu überfordernd – im Gegenteil, der sonore Gesang und die eher einfach, trippigen Strukturen ziehen Dich dank der angenehm dunklen Atmosphäre im abendlichen Setting schnell hinein.

Zwei Sänger, Hákon und Wim – beide mit angenehm, eher dunklem Timbre gesegnet – performen die düster-schimmernden Songs jederzeit unaufgeregt und treffsicher, welche hier und da mit kleinen experimentellen Ecken und Kanten zusätzlich garniert sind. Fast Radio-kompatibles findet sich hier trotzdem mit dem urbanen, schwerelosen Noir Pop von ‚Arctic Desert‘ und dies macht diese Rille zu einem gern gehörten Wiederholungstäter.

Ein durchgehend melancholisch, beobachtend cooler Vibe gibt der Platte ein tief blaues, mal trist graues Setting und mit den eingängig, stets unaufdringlichen Songs kommt die Platte ohne viel Aufhebens und Ausfällen über die gesamte Laufzeit. Der immer etwas basslastige Grundton im Gesamtsound passt auf alle Fälle hervorragend zum etwas dunkleren, fiebrig-hypnotischen Wave Sound der Band.
Bewertung: 11/15 Punkten


Besetzung:
Hákon Aõalsteinsson
Wim Janssens
Tobias Humble
Rodrigo Fuentealba Palavacino

Surftipps:
Bandcamp

Abbildungen: Golden Hours/Bandcamp