Flight Recorder - Sirens

Flight Recorder - Sirens (Artwork S.Jansen/M.Huisman)Progressive Rock • Art Rock • Cinematic Pop
(47:53; CD, Digital; OOB Records/Just For Kicks; 30.01.2026(CD)/12.11.2025(digital))

Was lange währt wird nicht immer…. Aber von vorne!

Treffen sich zwei Niederländer, Robin van Vliet und Marcel Singor, die beide bereits ihr ganzes Leben in der niederländischen Musikszene aktiv sind, bei den Vorbereitungen zu einem Tribute Konzert/Show und starten ihre musikalische Zusammenarbeit. Im Mai 2023 war das Album bereits fertig, im Oktober 2024 wurde der Plattendeal mit OOB Records unterschrieben, im November wurden die beiden fehlenden Musiker für live Auftritte rekrutiert und dann ging es zügig voran. Im März 2025 erschien bereits deren erste Single ‚Everything Changes When You Turn It On‘, im September ‚Grazing Light‘ und im November folgte dann das komplette Album „Sirens“ in digitaler Version.

Nun also erschien das Album auch als CD und wollte rezensiert werden. Die beiden Gründungsmusiker sind, wie bereits erwähnt, gut bekannt in der niederländischen Musikszene: Robin van Vliet spielt mit bei Slagerij Van Kampen, Media, Anouk, Racoon, Secret Combination, Marcel Singor könnte dem einen oder anderen durch seine Mitarbeit bei Bands wie Kayak, Ayreon, Star One, Bas Bron oder Pan Nine bekannt sein.

Wer auf kommerziellen und sehr leichtfüßigen Prog (?) steht, der macht hier nicht viel falsch. Allen anderen kann ich nur raten, die Finger vom Album zu lassen, denn das Gebotene kratzt öfter an der Grenze zum von ihnen selbst so betitelten Cinematic Pop und kriegt das eine oder andere Mal nur knapp die Kurve zur Belanglosigkeit. Das klingt hart, ist aber jetzt nicht komplett abwertend gemeint mit dem Ziel, die Band in die Pfanne zu hauen. Es muss ja nicht immer frickelig sein bis zum Geht-nicht-mehr und Freunde von durchaus entspannter Musik werden sich hier wohlfühlen. Songs wie ‚Grazing Light‘ lassen gestandenen Proggern zwar die Fingernägel ausfallen, aber wer auf leichte Musik steht dürfte sich über das Gebotene sicher freuen. Die am Anfang stehende Suite ‚Future Now‘ braucht sich nämlich noch nicht zu verstecken und sollte eigentlich jeden Progfan noch knapp überzeugen. Schwieriger wird es dann aber für den Rezensenten, wenn sich die nachfolgenden Tracks allzu sehr belanglos anhören wie beispielsweise das seichte ‚Everything Changes When You Turn It On‘ oder das folgende ‚Passing Through‘. Da ist dann meine Grenze überschritten, meine Ohren wollen nicht mehr so richtig mithören und mein Hirn hat längst abgeschaltet. Das ist das Schlimmste, was Musik passieren kann. Sie gleitet spurlos vorbei.

Alles in allem ist dieses Album nur Musikfreunden mit einem Hang zu eingängiger Musik ohne Haken und Ausschweifungen in kompliziertere Regionen zu empfehlen. Was mich ebenfalls nicht überzeugt hat, ist der relativ gedämpfte und etwas verhangene Klang, der Bass ist zu schwach, die Höhen teils unausgewogen, die Keyboards teils billig wirkend. Das geht heutzutage besser.

Für Fans von eingängiger und leicht konsumierbarer Musik.
Bewertung: 07/15 Punkten


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Abbildungen: Flight Recorder/Bandcamp
Sleeve design: Suzanne Jansen
Photography: Mignon Huisman