we.own.the.sky - In Your Absence

Postrock • Post Metal
(46:25; CD, Digital; Dunk!Records; 19.09.2025)
Wenn Du Postrock lieber massiv, mit ordentlich Riffs, Heavyness, Drive nah am Metal liebst, dann solltest Du dieses dritte Release der Griechen probieren. Nach einem M83-Song benannt, dürfte dieses dicht ineinander greifende Kraftpaket im richtigen Moment einige Energien freisetzen.
Irgendwo zwischen Tides From Nebula, den live wesentlich tighter agierenden P.G Lost und The Ocean wirbelt „In Your Absence“ einigen Staub auf und ‚The Urge To Prey‘ kommt nach kurzem Intro mit viel Atmosphäre und sphärischen Gitarren-Riffs gleich ordentlich auf den Punkt. ‚Monolith‘ folgt mit fast schon Djent-affinen, sehr prallem Riffing, weiß aber mit hymnisch, melodischen Strukturen hervorragend die epische Postrock-Klaviatur zu bedienen.
Der fast durchgehend, permanent inszenierte Druck auf dem Kessel hat in seiner komprimierten Gangart einfach Beton-artiges Fundament, integriert natürlich Genre-like trotzdem jederzeit sanfte Intros wie im episch-dynamischen ‚Swarm‘. Die meist folgende Katharsis ist in den Songabläufen stereotyp fürs Genre, das Soundbild mehr als kompakt und dank der Vielzahl schöner, fein ausgearbeiteter Melodien, perlender Gitarren-Motive und eruptiver Momente bleibt man innerhalb der Albumstruktur durchgehend gefesselt.
‚Everbreathing‘ ist mit seinem lieblichen Gitarren-Flow nah am Emo-Alternative Rock der Jahrtausendwende (z.B. Sunny Day Real Estate, The Appleseed Cast), zieht aber zeitnah die postrockig-hypnotische Wand hoch. Groovy – ein eh sehr dominantes Schlagzeug schafft lichtvolle Momente und eine Wall of Sound, die nach einem Live-Moment geradezu schreit.
Akustisch, balladeske Ruhemomente wie in ‚Fragile, Alive‘ stehen den Griechen hervorragend und bringen das Album für Momente mal raus aus dem Dauerdruck – erzeugen regelrecht friedlich-sphärische Inseln. Mehr davon in Zukunft und war man gerade noch so richtig schön eingelullt, springt ein ‚Eclipse‘ mit einer High-Energy um so deutlicher vors Gesicht. Atmosphärisch, hoch melodisch und kosmisch gehts nochmal in die Weite mit ‚Liminal Space‘ – pastorales Gitarrenspiel, ein dichtes dramaturgisches Setting, welches mit dem abschließenden Piano und sogar Vocal-unterstützten ‚Silhouette‘ ein wunderschönes, sehr melancholisches Finale erhält.
Der Kessel brodelt über Albumlänge meist auf Hochtouren, die Band setzt auf Druck, endlose Energie und statt zu viel Sensitivem gibt es mit ‚In Your Absence‘ ordentlich was für die Nackenmuskulatur. Ein sattes melodisches Brett zwischen klassischem Postrock und Metal.
Bewertung: 11/15 Punkten
Besetzung:
• Kostas Diakakis – guitars
• Dimitris Radis – guitars, programming
• Ilias Kokkotos-Andreou – guitars
• Stefanos Petridis – drums
• Chris Ladas – bass
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Abbildungen: we.own.the.sky/Bandcamp