Undulathund - Undulathund

Krautrock • Instrumental Stoner/Jam Rock • Space Rock
(37:26; Digital; Urskog Records; 30.12.2025)
Auch bei diesen Schweden kann ich ohne viel Aufwärmübungen sofort rein ins Geschehen und drei Songs in knapp 40 Minuten geben schon mal klar die Richtung vor. Trippy, handwerklich top und mit vielen dynamischen Auf-und Abs wühlt und schraubt man sich durch einen richtig feinen, organischen Instrumental-Film.
Auch hier gibt es ein Saxophon (hm) und auch diesmal gelingt es der Band, mir dieses gewieft im Gesamtsound hinlänglichst gut zu verkaufen.
Orgel-artige Synth-Sequenzen – ein dicht, nach vorne treibender Krautrock-Flow – generell sehr intensive Tempo-Wechsel, unendlich-ausufernde Gitarren-Soli und obendrauf ein nur frecher, dominanter Bass versprechen musikalisch hier und da kleine Feuerwerke für Freunde des skandinavischen Jam Rock.
Der Opener ‚Den Gode‘ hat gleich vollsten Zugriff, es rockt mit schwer zupackendem Bass-Tune und sinistre Orgeln sind verantwortlich für ein großes Maß an Stimmung. Die Band nimmt dann immer wieder gerne Fahrt raus, mäandert mit lässigem Saxophon und jederzeit hoch motivierten Gitarren-Spielereien. Das pusht und schaukelt sich über zwölf Minuten immer wieder gegenseitig zu intensiven Frequenzen hoch und das macht am Ende die Qualität dieser Platte aus. Im folgenden ‚Den Onde‘ rollt und groovt man mit Retro-Rock-Elementen, der Flow ist auch hier schnell wieder kompakt und hypnotisch, sodass es sich schnell gut gehen lässt im Sound der Schweden.
‚Den Gonde‘ bildet den Abschluss und mit eher dunklem Late Night Jazz-Saxophon startet man tiefenentspannt in den Song. Im weiteren kitzelt man sich dann doch in den kleinen groovigen Rausch und der Krautrock-Motor läuft auf Hochtouren. Die hypnotischen Orgel-Synths packen zu und ab geht’s in den Orbit, dafür aber so richtig.
Das Saxophon darf auch mit und tut dies mit viel Spielfreude. Die hochaktigen spielfreudigen Gitarren machen einfach Laune und zwischendurch gibt es kurze, aber dafür ordentlich zupackende Heavy-Psych Parts aufs Dach.
Die Schweden kochen am Ende ihr eigenes Püppchen aus zwar typischen Einflüssen, aber in der endgültigen Feinabstimmung der Zutaten Saxophon, Orgel und Melodik ergibt sich eine sehr spezielle, angenehm verspielt-melodische Kurzweil, die mich relativ schnell abgeholt hat. Alles geht zwischen Vintage Rock, Jazz, Kraut, Jam, Space Rock, Psychedelic und Progressive und sorgt mit viel Energie, Leidenschaft und Spielfreude für Genre-affine Hochspannung.
Bewertung: 11/15 Punkten
Besetzung:
• Olle Wahlström – Gitarr
• Simon Ström – Bas
• Natanael Risenfors – Trummor
• Anna Siri Jonsson – Saxofon
• Simon Wallin – Klaviatur
Surftipps:
• Bandcamp
Abbildungen: Undulathund/Bandcamp