Hyloxolos - Hyloxolos
Neo Psychedelia • Space Rock • Drone Pop
(38:55; Vinyl, CD, Digital; Dead Currencies/Maximum Overdub; 14.11.2025)
Sogenannte Super-Groups (Hier fanden sich Mitglieder von u.a. Earth, Meatbodies, The Walkmen zusammen) sind ja immer eine Sondersparte für sich und werden automatisch mit anderen, eher kritischen Blicken beäugt. Da wir in diesem besonderem Fall nicht von großen Rock/Pop-Bands reden – sondern Vertretern der alternativen Psychedelic-Szene – darf dieser Begriff gern eher mit Bedacht ausgesprochen werden.
Am Ende zählt sowieso nur das, was aus den Lautsprechern kommuniziert wird und dies ist im Falle Hyloxolos sehr ansprechender Drone Rock/Pop, der meist schön unausgeschlafen, verschwommen und gehörig verstrahlt durch die Boxen geistert.
Die Aufnahmen der Akteure fanden wohl in einer 48-stündigen Spontan-Session statt – eingängige, fast poppig-alternative Strukturen treffen auf verhallt-nebulösen Jam-Rock, sodass diese nicht mal 40 Minuten für Freunde des eingängigen Space Rock/Pop und übersteuerter Vocals Interesse wecken dürfte.
Dramaturgisch völlig ohne Hektik wabert man entspannt mit flirrend-ambienten Sounds ins Album hinein – alles schwebt, driftet und dieser feine, transparente Drone-Teppich im alternativen Psych Rock der Band gibt dem kompletten Album eine liebevoll-halluzinogene Note. Trotz des Jam-Charakters ist eine eingängig-harmonische Melodik stets omnipräsent – Bands wie Heaters, The Warlocks, Bardo Pond oder Spacemen 3 grüßen entspannt aus der Ferne. Diesem entspannt-trippigen Groove and Move gibt man bis auf die rockigen ‚Waves Of Love‘ und ‚Century Of Speed‘ einiges mehr an Raum, was dem lässigen Acid Rock der Band irgendwie viel mehr in die Karten spielt.
Die Vocals sind Genre-typisch mit Hall und Effekten aufgeladen und verfremdet – wissen in schleppenden Fuzz’n Doom Schlenkern wie ‚Gloom Ascension‘ oder ‚Mountain Cult‘ die theatralisch, leicht paranoiden Vibes eines Perry Farrell (Jane’s Addiction) oder Dave Wyndorf von Monster Magnet zu transportieren. Am Ende wird es dann nochmal richtig atmosphärisch, weiß die ätherisch, sehr emotionale Ballade ‚Blue Eyes, White Fangs‘ ordentlich innere Abfahrten zu provozieren, die mich leider mit nicht mal fünf Minuten Laufzeit viel zu schnell ins Hier und Jetzt zurückholen. In jedem Falle vernebelt die sogenannte Super-Group auf nicht mal ganz 40 Minuten gehörig die Sinne mit ihrem nach Rauschmittel klingenden Space/Trip-Rock.
Bewertung: 10/15 Punkten
Besetzung:
• Dave Harrington (Darkside)
• Peter Matthew Bauer (The Walkmen)
• The Nearly Mythical Dylan Carlson (Earth)
• Avant-Garde Instrumentalist & Drummer Dylan Fujioka (Meatbodies)
• Otis Bauer (Trench) on Bass.
Surftipps:
• Bandcamp
Abbildungen: Hyloxolos/Bandcamp