Robec - The Forest Is Too Loud
Instrumental Symphonic Prog • Elektronische Musik
(45:16; CD, Vinyl, digital; Gymnocal Industries; 28.11.2025)
Robec nennt sich das Soloprojekt des Musikers Marius T. Røbech aus dem schönen norwegischen Bergen, bekanntlich Heimat von recht vielen Prog- und Elektronikmusikern. Der Protagonist spielte ursprünglich in einer Formation namens Ocean of Lotion, deren musikalischer Ansatz – zumindest soweit mal kurz angetestet – weit von dem entfernt ist, was er hier mit seinem Debütalbum „The Forest Is Too Loud“ vorstellt. Denn diese Musik darf gerne einmal auf diesen Seiten vorgestellt werden.
Røbech begann seine musikalische Karriere als Gitarrist, im Laufe der Jahre wandte er sich aber immer mehr den Synthesizern zu und so bietet dieses rein instrumental gehaltene Album eine weitgehend von den Keyboards bestimmte Musik, in der aber immer wieder Platz für eine schöne Gitarrenpassage gefunden wird.
Das Album beginnt mit dem rund sieben-minütigen ‚Unknown Overture‘, das zunächst etwas an die Solowerke von Soniq Theater erinnert, doch spätestens, wenn erkannt wird, dass Major Parkinson Drummer Sondre Veland für im wahrsten Sinne lebendiges Schlagzeug sorgt und eine feine elektrische Gitarre ins Spiel kommt, wird die musikalische Ausrichtung klar. Hier wird Symphonic Prog mit Elektronischer Musik gemischt, und dies geschieht auf recht interessante Weise. Das nachfolgende, eher kurze ‚The Apanthropist‘ bietet eine wunderbare Melodielinie und einen sehr stimmungsvollen Track.
Es folgt ein wehmütiges Klavierintro auf ‚Latibulate‘, das dann etwas Fahrt aufnimmt und dank der Gitarre auch mal kurz leichte King Crimson Züge annimmt. Im weiteren Verlauf erinnert die Musik des Bergeners ein wenig an seinen Landsmann Alf Emil Eik und sein Album „Joy & Breath Of Eternity“. Dabei ist „joy“ ein gutes Stichwort, denn die Musik von Robec klingt bisweilen sehr fröhlich und positiv, kann aber andererseits auch durchaus mal etwas düster ausfallen.
Den Abschluss bildet das viertelstündige Titelstück, das gegen Ende ins Postrockige abschweift und stellenweise an spätere Werke von Otarion erinnert.
Für das Mastering war der Bergener Plattenproduzent Jørgen Træen zuständig, das Cover stammt von Ana Jorgen. Ein schönes Instrumentalalbum, das neugierig auf das weitere Schaffen des Künstlers macht.
Bewertung: 10/15 Punkten
Besetzung:
• Marius T. Røbech – all instruments, except:
• Sondre Veland – drums
Surftipps zu Robec:
• bandcamp
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Abbildungen: Robec