Markus Reuter – Winter Solstice

Ambient • Weihnachten
(56:27; digital; Iapetus Media; 17.12.2025)
Und noch eine weitere Weihnachtsmusik – kurzfristig eingetroffen und mit heißer Nadel gestrickt, um noch in time zu sein. Diesmal nicht aus dem Hause Reed, sondern eines anderen, auch auf diesen Seiten recht präsenten Musikers, nämlich Markus Reuter. Oha, Weihnachtsmusik von Markus Reuter – wer seine Musik kennt, darf sich zunächst wundern, wie das wohl klingen mag.

Und gleich der Opener ist bestens bekannt, denn es handelt sich um ‚Silent Night‘. Da mag schnell die Kitschgrenze erreicht sein, doch das weiß der Berliner – wenig überraschend – zu vermeiden. Selbstverständlich ist das Thema schnell zu erkennen, doch wird es von ambienten Klanglandschaften ummantelt und erhält dadurch ein völlig neues Gewand.

Noch deutlicher wird das im nachfolgenden ‚Chorus Of Youths‘, eine beeindruckend mächtige synthetische Klangwand, wobei man nie so recht weiß, ob das jetzt durch Tasteninstrumente entstanden ist oder er es dann doch wieder aus einer seiner Gitarren herausholt. Selbst bekannte Melodien werden durch teils sehr gedehnte Spielweise fast bis zur Unkenntlichkeit überarbeitet. Und so erhält man fast eine Stunde beinahe meditative Musik um die Ohren, bei der man dann hin und wieder auch das Grundthema leicht heraushören kann.

Übrigens auch im 5.1 Surround Mix erhältlich, nämlich hier. Es gab bereits 2018 eine Version, die „Winter Solstice EP“ heißt, wobei EP in diesem Falle wohl kaum für das steht, was es gemeinhin bedeutet, denn dies ist keine Scheibe mit kurzer Laufzeit – im Gegenteil, es beläuft sich auf rund 56 Minuten, wie auch die aktuelle Version, die ein Remastering von Erik Emil Eskildsen bekam.

Auch hier fällt dem Schreiberling eine Benotung wieder extrem schwer, aber wenn die eigene Vorgabe ist, grundsätzlich eine Bewertung abzugeben, muss das auch hier (oder wie im kürzlich beschriebenen Reed/Penning Album) sein. Dank der außergewöhnlichen Überarbeitung wäre für den Ambient-Fan fast eine zweistellige Benotung drin gewesen, aber da manches etwas zu sehr in die Länge gezogen ist, schrammt man knapp an der 10 vorbei. Im Zweifel wird diese Musik aber auch nur bei gegebenem Anlass aufgelegt.
Bewertung: 9/15 Punkten


Besetzung:
Markus Reuter – all instruments

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Abbildungen: Iapetus Media