Asira - As Ink In Water

New Artrock • Progressive Metal • Blackgaze
(44:35; CD, Digital; Eigenveröffentlichung; 14.11.2025)
Für diese Briten braucht es ein wenig Open Mind, Toleranz und Freude an Grauzonen. Jack Reynolds und seine beiden Mitstreiter präsentieren mit Hilfe einiger Gastmusiker ein spannendes, ambitioniertes Werk mit „As Ink In Water“.

Progressiver Rock/Metal im Fundament – integriert man viele spannende Zutaten, seien es kurze Ausflüge in den Blackgaze/Metal, psychedelisch/shoegazende Momente oder kleine folkloristische Tänze. Die Briten agieren durch und durch progressiv, atmosphärische Parts springen in kurze stürmisch-hymnische Raserei, um sehr schnell wieder mit betörender Melancholie diese sehr individuelle Form von Sanftmut und Grandezza zu streuen.

Die hohen Vocals des Sängers sind erstmal etwas gewöhnungsbedürftig, aber hat man sich insgesamt an den anfänglich wirren, sehr sprunghaft-eigenwilligen Sound oft genug herangewagt, öffnet sich eine sehr spezielle, originelle Welt, die den Begriff Progressive Metal doch ein wenig über sogenannte Grenzen hinaus zerrt.

Frühe Gazpacho, Rush, Alcest, David Gilmour-Gitarren, jüngere Anathema könnten in der Quersumme eine kleine Orientierung darstellen. Asira sind nicht perfekt – hier und dort Ecken und Kanten – Brüche und gesangliche Eigenwilligkeiten bringen aber einiges an Charme mit und wollen entdeckt werden. Für Freunde des feingliedrigen New Artrock/Progressive Rock finden sich in jedem Song Überraschungsmomente wieder – vor allem in ‚Cauterise‘ oder ‚In Sunrise‘ berührt die Band mit schwebenden Parts, die mit ordentlich progressiver Verspieltheit Atmosphäre und Experiment gekonnt kombinieren.

Das abschließende balladeske Piano-geprägte ‚Still‘ ist ein liebevoll-trauriges Tränenmeer, wie man es nicht alle Tage zu hören bekommt. Pink Floyd trifft Alcest-Romantik und es zeigt, welches Potential in dieser Band noch schlummert und somit hoffe ich auf Kommendes. In der einen Minute fließt und schwebt alles – im nächsten Moment gibt’s den wilden Rausch und der Begriff Blackened Prog ist nicht umsonst schon öfter im Netz gefallen.

Eine spannende Achterbahnfahrt ist „As Ink In Water“ in jedem Fall geworden und sollte für Freunde des atmosphärischen Progressive Rock/Metal als besondere Empfehlung verstanden werden.
Bewertung: 12/15 Punkten


Besetzung:
Jack Reynolds – vocals
Martin Williams – guitars, vocals
Ethan Bishop – guitars

Gastmusiker:
Alex Taylor – bass
Sam Greenland – drums
Lydia Williams – additional vocals (tracks 1, 2, 5, 6, 7)
Ellias Williams – additional vocals (track 3)

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Abbildungen: Asira/Bandcamp