Dune Aurora - Ice Age Desert

Stoner Doom • Vintage Rock
(45:18; CD, Digital; Octopus Rising/Argonauta Records; 21.11.2025)
Ein weibliches Power-Trio aus Turin debütiert auf Octopus Rising. Mit Jess and the Ancient Ones, Ruby The Hatchet oder Jex Thoth – um nur einige zu nennen – gab es in den letzten 15 Jahren so manch Hochkaräter in Sachen Female Fronted Stoner/Vintage-Sound. Ob mit ätherisch oder okkult düsteren Anstrich, die Liste farbenfroher Releases füllte sich schnell.

Dune Aurora haben erstmal grundsätzlich einen satten, fuzzigen Heavy Sound verpasst bekommen – der für ein Debüt bereits ordentlich sitzt – es wird eher rockig und leidenschaftlich agiert. Mehrstimmige Vocals, mal mit doomigem oder richtig satt treibendem Fundament definieren den Kern des Band-Sounds. Abwechslung, Emotionen und rockige Dynamik bekommt man in jeder Sekunde auf „Ice Age Desert“ mit viel Hingabe zelebriert.

Man lässt einige schöne Fuzz-Gitarren, aber auch richtig sattes Riffing sprechen – allein der Gesang, die Melodien finden sich in Relation zum instrumental gut sitzenden Fundament nicht so auf den Punkt zu Ende performt. Man merkt die Leidenschaft, das Brennen der Akteure, aber irgendwo fehlt das letzte Händchen für die gut sitzende Melodie – im Gegenteil fühlt es sich so an, als hätte man vorschnell die nötige Reifung der Songs abgewickelt.

Nimm exemplarisch Songs wie ‚Dune Chameleon‘ oder ‚Trapdoor‘, hier wird es aus meiner Sicht deutlich, dass in den Vocals einfach was Angestrengtes, gar Gewolltes mitschwingt, die Melodien nicht ins Schwarze treffen, auch wenn gerade dank der mehrstimmigen Variante Spielräume existieren und die Band diese Dopplungen hinreichend nutzt.

Sound, Power und Tempo-Verschiebungen sind alles da, wird den Genre-Ansprüchen in jeder Sekunde gerecht, allein ich komme mit den seltsam an mir vorbei gesungenen Melodien nicht in die akustische Mitte. ‚Fire‘ z.B hat Feuer, treibt zwischen schleppend und fordernd rockig und kommt gut auf den Punkt.

Am Ende bleibt mit „Ice Age Desert“ ein solides Debüt, bei dem die Vocals/Harmonien dem handwerklichen Fundament etwas hinterher hinken und der Vergleich zu den Genre-Größen noch Lücken aufweist. Ein Manko, welches sicherlich in naher Zukunft mit Feinjustierung auf mehr hoffen lässt.
Bewertung: 9/15 Punkten


Besetzung:
Ginny Wagon – Voice/Guitar
Serena Bodratto – Drums/Backing Vocals
Roberta Finiguerra – Bass/Backing Vocals

Surftipps:
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Grand Sound Promotion zur Verfügung gestellt.