Hadal Sherpa - Void Weaver
(43:10; CD, Digital; Just For Kicks Music, 14.07.2025)
Finnischer Space Rock, fast durchgehend instrumental mit orientalisch-schamanischen Chören hier und da. Klingt nach dieser Art psychedelischem Sound, der mich begeistern müsste und sollte, und der „Void Weaver“ (nach Abgründen klingt hier nichts) groovt mit ordentlich Bass fast durchgehend hypnotisch nach vorn. Der Sound ist etwas verwaschen, dicht und mit simplen Melodien im Fundament. Über diese webt die Band meist orientalisch, fast schamanenhafte Chöre und jederzeit eindringliche Sitar-/Gitarren-Klänge, die im meist treibenden Space Rock mit ihrer Effektivität und Melodientrunkenheit keine Gefangenen nehmen. Das hat über die komplette Länge des Albums einen orchestralen Teppich; die Grooves und Melodien benetzen von ganz allein die Synapsen. Es gab nach dem Debüt von 2017 wohl Änderungen in der Besetzung, der Vergleich entzieht sich meiner Kenntnis und somit auch eines Vergleichs.
Mit dem Opener ‚Summoning‘ wird man schnell mit leichtfüßig nach vorne treibenden Rhythmen, orientalischen Skalen in Hypnose versetzt. Absolut effektiv finden sich Space-Rock-Groove, Melodien und Instrumentarium zu einem hypnotischen Flow zusammen, der fast immer zehn Minuten Auslauf und Entfaltung erfährt. Progressiv, also abwechslungsreich, ist hier nichts wirklich, im Gegenteil: Der Geist wird vernebelt mit Monotonie, Verdichtung und Wiederholung. Die proggigen Synths, der psychedelisch-groovige Vibe, die fernöstlichen Sitar-Klänge werden den klassischen Progger trotzdem für eine Dreiviertelstunde die Zeit versüßen – das ist versprochen. Schemenhafte, weibliche Ethno-Chöre in ‚Farum Azul‘ bleiben zwar hintergründig, prägen den Song mit ihrer Anmut dann aber doch um ein Vielfaches. Der etwas entschleunigte, düstere Titelsong und noch viel mehr das treibend-spacige, zwölfminütige Powerstück ‚Astravar‘ beamen dich in die Weiten des Alls – diese Art der kosmischen Dunkelheit bleibt aber immer leicht, eingängig, fast tanzbar und verdauungsfreundlich.
Freunde von eingängigem Space Rock, fernöstlichen Klängen und druckvoll produziertem, organischem Jam-Sound sollte das Album der Finnen gute Laune schenken, wird hier doch mit Leidenschaft ein Bild nach dem anderen opulent an der Leinwand verewigt. Nach der bald erscheinenden, mehr als hitlastigen „Nepal Death“ der nächste auf den Punkt gebrachte Auswurf in Sachen nordischem Space Rock.
Bewertung: 11/15 Punkten
Besetzung:
Vesa Pasanen – Lead Guitar, Rhythm Guitar, Bass, Synth, Oud, Saz, Percussion
Ville Kainulainen – Rhythm Guitar
Ilja Juutilainen – Drums, Percussion
Pi Viana – Vocals, Flute
Diskografie (Studioalben):
2025: „Void Weaver“
2017: „Hadal Sherpa“
Surftipps zu Hadal Sherpa:
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Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Just For Kicks Music zur Verfügung gestellt.