Solitär – Bus Driver Immigrant Mechanic

Solitaer - Bus Driver Immigrant Mechanic (Tonzonen/Soulfood, 18.11.2022) COVER(31:23, CD, Vinyl, Digital, Tonzonen Records/Soulfood, 18.11.2022)
Das könnte dann wohl als Kleinod durchgehen. Das zweite Soloalbum des Multiinstrumentalisten Mikael Tuominen wartet mit einer überaus plüschig-flauschigen Grundatmo auf, schafft es aber auf gerade einmal eine halbe Stunde Spielzeit. Und, ehe man es sich versieht, sitzt man auf dem Trockenen, auch wenn die Not eigentlich nicht so extrem ist, dass einem der kalte Entzug droht. Die schon dezent angepsychten Stillleben (das “still” sollte hier aber erst genommen werden, da es nur selten einmal laut wird) haftet ein gewisser Twang an, der diese in die unwegsamen Gestade des Swamp entführt. Tuominen selbst, sonst bei Unternehmungen wie Kungens Män und Automatism anzutreffen, wirkt aber seltsam nebulös, als hätte er selbst Befürchtungen, dass man seine Anwesenheit in irgendeiner Form mittbekommen würde.

Bus Driver Immigrant Mechanic by Solitär

‘Electric Sea’ kommt auf dem Psychedelictrip, inklusive Surf- und Fuzzgitarren, ‘Ship Of Excitement’ mit warmen Bass und Mellotron-Flächen, ‘Concrete Spaceship’ irgendwie verhuscht wavig. Es hat den Anschein, als würde alles unter einer Decke passieren, die alles seltsam dämpft. Ungewöhnlich in diesem Konzept scheint dann tatsächlich das schräg nörgelnde Twisted Sister Cover ‘The Price’. Nun ist “Bus Driver Immigrant Mechanic” dermaßen mellow und entspannt, dass es eben auch nicht wehtut, einen zweiten oder auch dritten Durchgang zu wagen.
Bewertung: 9/15 Punkten

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Abbildung: Solitär / Creative Eclipse / Apollon