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NYOS – Celebration

NYOS - Celebration (Pelagic Records/Soulfood, 08.04.22)(40:54, CD, Vinyl, Digital, Pelagic Records/Soulfood, 2022)
Einen Briten zieht es nach Finnland. Dort lernt er einen Schlagzeuger kennen und beide haben nun nichts Eiligeres zu tun, als eine Band beziehungsweise ein Duo zu gründen. Benannt nach einem todbringenden See in Kamerun, soviel Drama muss sein, legte man sich gleich zu Beginn auf seinen Sound fest, der als nicht unbedingt radiowirksam beschrieben werden kann. Das war 2012. Das erste NYOS-Release kam dann, man gönnt sich ja sonst nichts, in Form des 26-minütigen Tracks ‘Vltava’, mit dem Gitarrist Tom Brooke und Schlagzeuger Tuomas Kainulainen erst einmal alle aus Math Rock, Post Rock, Noise und polyrhythmischen Exzessen gebildeten Eckpunkte ihres Sound offenlegten. Mit “Celebration” nun präsentiert man, nicht nur vom Cover her, einen wahrhaft farbenfrohen Crossover aus den sich über die Jahre etablierenden kontemporären Musikgenres, wobei man einmal mehr verblüfft wahrnimmt, zu was für Soundkathedralen ein gerade mal aus zwei Musikern bestehendes Projekt so fähig ist.

Teapot of the Week

“Teapot of the Week” auf Betreutes Proggen in der KW14/2022

‘First Take’ steigert sich schon mal dezent zur opulenten Wucht, wobei man, warum auch immer, plötzlich an 007 denken muss. ‘Light’ kommt als synkopischer Malstrom mit Afro-Beat-Ambitionen, ‘Something Good’ als nervöser, ‘Tucano’ als pathetischer Post-Rocker. Mit ‘Cloudberry’ schaffen es NYOS einerseits, grenzenlose Melancholie zu vermitteln, andererseits aber auch eine nicht zu erfassende Bedrohung aufzubauen. Derweil es mit ‘Rosario’ ein weiteres Deja Vu gibt (ein dezenter ‘Broadway’-Husch) hauen uns Brooke‘n Kainulainen mit ‘Surface’ schlussletztendlich einen mächtigen Post Drone um die Ohren.
Bewertung: 13/15 Punkten

NYOS - Celebration (Pelagic Records/Soulfood, 08.04.22)
Besetzung:
Tom Brooke
Tuomas Kainulainen

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Alle Abbildungen wurden uns freudlicherweise von Pelagic Records zur Verfügung gestellt.