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Paradise Lost – The Lost And The Painless

Paradise Lost – The Lost And The Painless (Peaceville/Edel, 26.11.21)(6CD + DVD Set; Peaceville/Edel, 2021)
Paradise Lost veröffentlichen mit “The Lost and the Painless” ein Boxset in Buchform mit sechs CDs und einer DVD.

Das Earbook umfasst die ersten Alben der Band, welche damals noch unter Vertrag bei Peaceville Records war. Zusätzlich zu den Studio-Alben werden eine Demo CD, zwei Live-Mitschnitte der Band und eine DVD mit vier Live-Shows serviert. Das Buch enthält Hintergrundinformationen und Footage der Band aus der Zeit der Gründung.

Paradise Lost gründeten sich 1988 in England. Ihr Mix aus Doom Metal und dem aufstrebenden Death Metal wirkte zur damaligen Zeit frisch. Während die Genre-Kollegen der frühen 90er, Bands wie z.B. Bolt Thrower oder Morbid Angel, einen geradlinigen Weg gingen und den Death Metal in seiner reinen Form weiterentwickelten, schritten Paradise Lost schon mit ihrem zweiten Album in eine andere Richtung. Zwar überwiegt vorerst noch der klassische Death Metal in ihrem Sound, fortan legte die Band jedoch weniger Wert auf Härte und Brutalität. Bei ihrem zweiten Longplayer “Gothic” wurden die Songs melodischer und sie fügten Keyboard und Frauengesang hinzu. Dadurch entstand sogar ein neues Sub-Genre – der sogenannte Gothic Metal. Bis heute wuchs der Backkatalog von Paradise Lost auf 16 Alben an. Fast durchgängig veröffentlichten die Briten im Zweijahresrhythmus ein neues Album.

“The Lost and the Painless” setzt die frühe Phase und die Entwicklung der Band Anfang der 90er detailliert und kompakt in Szene. Das hochwertige Hardcover-Buch mit Fotos und Hintergrundinformationen zur Band-Entstehung bietet informative Einblicke. Zudem enthält es ein Vorwort von Cradle of Filth-Frontmann Dani Filth und Beiträge verschiedenster Genre-Kollegen.

Auf CD enthalten sind die Studioalben “Lost Paradise” und “Gothic”, die “Gothic EP” sowie frühe Demos. Zusätzlich gibt es folgende Live-Konzerte auf CD und DVD: “Live Death – Live in Liverpool” (CD und DVD), “Live in Ludwigsburg 1991” (CD), “On Tour with Autopsy 1990” (DVD), “The Lost Tapes 1991” (DVD), “Live in Berlin 1991” (DVD). Bis auf das Konzert “Live Death” haben die anderen Performances eher Bootleg-Charakter und sind somit eher etwas für eingefleischte Fans. Auch die Demos richten sich wohl hauptsächlich an Komplettisten.

Fazit:
Boxsets und Neuauflagen von alten Werken werden oft und gerne enorm kritisch diskutiert. Gerne wird den Künstlern nachgesagt, mit solchen Veröffentlichungen nur Gewinn generieren zu wollen. Paradise Lost haben aber mit ihren Anfangswerken durchaus die Berechtigung, diese wie hier geschehen in einen eigenen Rahmen zu setzen. Die in der Box enthaltenen Alben umfassen sozusagen die kreative Phase der Band, bevor sich ihr Sound in nochmals andere Gefilde entwickelte. Somit hat man ein Gesamtpaket der Paradise Lost 1.0 und kann sich mit knapp sechs Stunden Länge der ersten und vor allem prägendsten Schaffensphase der Briten widmen.

Auf der einen Seite ist die Box definitiv empfehlenswert für eingefleischte Fans von Paradise Lost. Mit all den Extras an Demos und Live-Mitschnitten und der hochwertigen Aufmachung des Buches. Auf der anderen Seite sehe ich den Old-School Death Metal-Fan, der vielleicht nur mit den ersten Alben der Band etwas anfangen kann. Und sich hiermit ein Gesamtpaket der für ihn einzig interessanten Frühphase der Engländer ins Regal stellen kann.

Paradise Lost, die sich über die letzten 34 Jahre stetig weiterentwickelten, zollen ihrem frühen Output mit diesem ansehnlichen Set gebührend Tribut.  Somit kann man dieses Boxset ganz klar als Mehrwert für die Musiksammlung betrachten.
Bewertung: 12/15 Punkte

Paradise Lost-The Lost and Painless (Peaceville, 26.11.2021
Tracklist:
CD 1: “Demos”
1. ‘Drown In Darkness’ (4:36)
2. ‘Internal Torment’ (5:04)
3. ‘Morbid Existence’ (3:00)
4. ‘Paradise Lost’ (5:40)
5. ‘Internal Torment’ (5:16)
6. ‘Frozen Illusion’ (5:24)

CD 2: “Lost Paradise”
1.’Intro’ (2:42)
2. ‘Deadly Inner Sense’ (4:36)
3 . ‘Paradise Lost’ (5:29)
4. ‘Our Saviour’ (5:07)
5. ‘Rotting Misery ‘ (5:16)
7. ‘Breeding Fear ‘ (4:14)
6. ‘Frozen Illusion’ (5:20)
8. ‘Lost Paradise’ (2:08)
9. ‘Internal Torment II’ (5:54)

Paradise Lost – The Lost And The Painless (Peaceville/Edel, 26.11.21)

Credit: Porl Medlock

CD 3: “Gothic”
1. ‘Gothic’ (4:52)
2. ‘Dead Emotion’ (4:37)
3. ‘Shattered’ (4:01)
4. ‘Rapture’ (5:09)
5. ‘Eternal’ (3:54)
6. ‘Falling Forever’ (3:35)
7. ‘Angel Tears’ (2:40)
8. ‘Silent’ (4:41)
9. ‘The Painless’ (4:02)
10. ‘Desolate’ (1:50)

CD 4: “Gothic EP”
1. ‘Gothic’ (Mix) (4:42)
2. ‘Rotting Misery’ (6:00)
3. ‘Breeding Fear’ (Demolition Dub) (4:47)
4. ‘The Painless’ (Mix) (3:56)

CD 5: “Live Death”
1. ‘Deadly Inner Sense’ (3:23 )
2. ‘Frozen Illusion’ (5:39)
3. ‘Breeding Fear’ (4:33)
4. ‘Paradise Lost’ (5:41)
5. ‘Our Saviour’ (5:50)
6. ‘Rotting Misery’ (5:34)
7. ‘Internal Torment’ (6:08)
8. ‘Internal Torment’ (4:40)
9. ‘Our Saviour’ (6:06)
10. ‘Plains Of Desolation’ (3:51)
11. ‘Drown In Darkness’ (4:39)
12. ‘Paradise Lost’ (5:34)
13. ‘Nuclear Abomination’ (3:35)

CD 6: “Live In Ludwigsburg”
1. ‘Intro’ (0:50)
2. ‘Dead Emotion’ (4:43)
3. ‘Gothic’ (4:36)
4. ‘Lost Paradise’ (5:59)
5. ‘Breeding Fear’ (4:56)
6. ‘Eternal’ (3:57)
7. ‘Shattered’ (4:20)
8. ‘Frozen Illusion’ (5:50)
9. ‘Angel Tears’ (2:54)
10. ‘The Painless’ (4:04)
11. ‘Our Saviour’ (5:56)
12. ‘Deadly Inner Sense’ (4:59)

DVD:
‘Live Death’, Live in Bradford UK, 1989
‘On Tour with Autopsy’, 1990
‘The Lost Tapes’ 1991
‘Live in Berlin’, 1991

Besetzung:
Nick Holmes (Gesang)
Gregor Mackintosh (Gitarre, Keyboard)
Aaron Aedy (Gitarre)
Steve Edmondson (Bass)
Matthew Archer (Schlagzeug)

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Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von cmm-online zur Verfügung gestellt.