1

Jethro Tull – The Zealot Gene

Jethro Tull – The Zealot Gene (InsideOut Music/Sony Music)(46:40; CD, Vinyl, Digital; InsideOut Music/Sony Music, 2022)
Ian Anderson‘s Jethro Tull, einfach nur Ian Anderson oder jetzt wieder Jethro Tull, die Interpretenwahl für ein neues Album scheint sekundär, denn es steckt hinter den diversen Veröffentlichungen vor allem eine prägende Person: Ian Anderson. Bereits auf seinem 2014er Soloalbum “Homo Erraticus” war nahezu die gleiche Besetzung aktiv wie jetzt bei dem nach mehr als fünf Jahren Arbeit fertig gestellten “The Zealot Gene”. Diesem Album kommt damit die Ehre zuteil, das erste offizielle Jethro Tull-Studioalbum seit “The Jethro Tull Christmas Album” aus dem Jahre 2003 zu sein.

In jeglicher Hinsicht bekommt man bei “The Zealot Gene” als Hörer genau das, was man von Jethro Tull, respektive Ian Anderson erwartet. Die Band – neben Ian Anderson (Gesang, Flöte, akustische Gitarre (Mundharmonika) bestehend aus Joe Parrish-James (Gitarre), Florian Opahle (Gitarre), Scott Hammond (Schlagzeug), John O’Hara (Piano, Keyboards, Akkordeon) und David Goodier (Bass) – verbindet einmal mehr verschnörkelten Rock mit akustischem Folk, wobei die immer wieder verzierend eingesetzte Flöte für das typische Flair sorgt.

So bleiben zwar grundlegende Überraschungen komplett aus. Und viele Elemente, die an die Siebziger erinnern, kommen einem naturgemäß bekannt vor. Dennoch weist das Endresultat gleichfalls eine gewisse zeitlose Eleganz auf. Hinzu kommt, dass das Material trotz aller derzeitigen Einschränkungen teilweise ganz old-fashioned im Studio aufgenommen und arrangiert worden ist, was die Produktion letztendlich organisch erscheinen lässt. Dazu noch sozialkritische Texte über diverse aktuelle Themen, von religiösem Fanatismus, Verschwörungstheoretikern bis zu verblendeten, opportunistischen Politikern, an denen sich Ian Anderson abarbeitet, womit der Brückenschlag zum Hier und Jetzt gelingt.

Zwar betrachtet der Hauptakteur das aktuelle Album vor allem als Rockalbum, jedoch ist der akustische Anteil erstaunlich hoch gehalten. Die zwölf, teils sehr prägnant auf den Punk gebrachten Songs, changieren zwischen souveräner Lockerheit und düsteren Gedanken, bleiben letztendlich aber in gewohnten musikalischen Bahnen verwurzelt. Wobei aus persönlicher Sicht vor allem das dramatische, subtile und elegant verschaltete ‘Mine Is The Mountain’ herausragt.

“The Zealot Gene” ist in diversen Formaten erhältlich: als Special Edition CD Digipak, Limitied Deluxe 2CD+Blu-ray Artbook, Limited Deluxe 3LP+2CD+Blu-ray Artbook, Gatefold 2 LP oder eben einfach nur als CD oder Digitalem Download.
Bewertung: 11/15 Punkten (WE 10, KR 10, KS 11)

Surftipps zu Jethro Tull:
Homepage
Facebook
Instagram
Twitter
YouTube
Video ‘Jethro Tull – The Zealot Gene Interview (Part 1)’
Video ‘Jethro Tull – The Zealot Gene Interview (Part 2)’
Video ‘Jethro Tull – The Zealot Gene Interview (Part 3)’