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Kosmogon – Mässan

Kosmogon - Mässan (Tonbad Grammofon/JFK, 27.08./JFK-Import 24.09.21)(47:59, CD, Vinyl, Cassette, Digital, Tonbad Grammofon, 2021)
Nicklas Barker kennt man in erster Linie als Gitarrist, Sänger, sowie Teilzeit-Keyboarder von Anekdoten. Doch über die Jahre wirkte er bereits bei diversen Projekten mit. Ob nun sein Soundtrack zum spanischen Film „El último fin de semana“ (2011) oder Kollaborationen und Gastauftritte z.B. bei Morte Macabre, Gösta Berlings Saga, Necromonkey oder My Brother The Wind.

Bei Kosmogon arbeitete er mit der schwedischen, klassisch ausgebildeten Keyboarderin Sophie Linder zusammen. Ihr gemeinsames Debüt wird von einem kompletten Reigen an analogen Tastenarsenal, wie z.B. Mellotron, Farfisa Orgel oder ARP Odyssey dominiert.

Das schwedische Duo setzt bei ihrem rein instrumental Werk komplett auf Longtracks, denn gerade mal zwei Titel sind auf „Mässan“ enthalten. Dabei ist das Album ganz eindeutig von den frühen 70er Jahre Sounds und Kompositionsstil der Berliner Schule im Stil von Tangerine Dream, Ash Ra Tempel oder Klaus Schulze geprägt, wobei man auch eindeutige Anleihen bei den düstereren Horror Soundtracks von Goblin erkennen kann.

Somit bekommt die Musik jede Menge Zeit, sich zu entfalten, ihre stimmungsvollen, pastoralen Klanglandschaften zu entwickeln. Fußend auf fließenden, sich langsam Raum schaffenden Vintagesounds sind es weniger prägnante Melodien, als vielmehr sich organisch und langsam entwickelnde Tonfolgen, die dieses Album bestimmen.

So wird die endlose Weite der skandinavische Wälder greifbar, man hört man dem Album an, dass es in der Einsamkeit und Abgeschiedenheit eine kleines Landhauses fernab der Hektik jeglicher Großstadt entstand. Während der Titeltrack durch seine klangliche Dichte und Atmosphäre einen bleibenden Eindruck hinterlässt, kann der zweite Titel ‚Somnus‘ mit seinen zu ausgedehnten Wiederholungen nicht ganz dieses Niveau halten. Nichtsdestotrotz überzeugt die hypnotische Kraft, die durch minimalistische Repetition entsteht – das wiegt diese einige Längen wieder auf.

„Mässan“ funktioniert als faszinierender Trip zwischen klanglicher Traumwelt und verhallendem Kopfkino und kreiert für Freunde analoger Keyboardsounds einen ganz eigenen Mikrokosmos.
Bewertung: 11/15 Punkten (JM 11, KR 11, KS 11)

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Abbildungen: Kosmogon / Tonbad Grammofon