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Catcøre – Times (EP)

(17:10; Download, Eigenproduktion, 2021)
Catcøre - Times (EP; unsigned, 16.7.21?)Melancholische Katzenschreie aus den Tiefen des Kratzbaums – So beschreibt sich das Quartett Catcøre aus dem Städtchen Herborn.

Eigenem Bekunden nach feiert man inzwischen die 27. Reunion. Das hört sich nach einem harmonischen Band-Klima an. Man weiß ja, dass Katzen launische Zeitgenossen sind, da kommt es zwischendurch schnell mal zum Split. Im Gepäck hat man die Debüt-EP „Times“, und die unterstreicht, dass auch fernab nationaler und internationaler Hotspots inspiriertes Songwriting und Eigenständigkeit möglich sind. Stilistisch sind Catcøre irgendwo zwischen Alternative, Indie, Prog und Postrock verortet. Schubladen werden vermieden.

Der Opener ‚Timethief‘ erinnert musikalisch leicht an die großartigen Dredg, der Gesang von Sängerin Kim jedoch viel mehr an die Klangfarbe von Feist. Spannende Mischung. Der leicht unterkühlte Unterton in ihrer Stimme bildet einen interessanten Kontrast zur engagierten Rhythmusfraktion (Mil & Lex) und Gitarre (Vid).

‚Fools‘ geht in eine ganz ähnliche Richtung. Dazu kommt eine Prise New-Wave in Richtung B-52’s. Zwischendurch überrascht der Song mit einen gewagten Schwenk in Richtung Classic-Rock inklusive Jon Lord Gedächtnis-Orgel.

In ‚Too Much‘ wähnt man tatsächlich fast Stewart Copeland anstatt von Lex am Schlagzeug. In besseren Zeiten hätte der Song  mit deutlicher Police Inspiration die Tanzflächen von Rock-Diskos gefüllt.

Das abschließende ‚No Love Song‘ bündelt die Qualitäten des Quartetts nochmals in schleppenden 6/4teln und dreht am Ende mit einem guten Schuß Pathos auf.

Die knapp 17 Minuten sind schnell um, und man wünscht sich spontan, dass die Zukunft einen echten Longplayer unter den Kratzbaum legt. Das in Eigenregie entstandene Werk ist zudem sauber und luftig unter Mithilfe von Marc Lempka produziert und auf dem Balkon von dessen Oma aufgenommen worden. Austesten dringend empfohlen!!
Bewertung: 12/15 Punkten (DH 12, KR 12)

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