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The Grasshopper Lies Heavy – A Cult That Worships A God Of Death

The Grasshopper Lies Heavy – A Cult That Worships A God Of Death (Learning Curve Records, 16.07.21)(36:35, Vinyl, Digital, Learning Curve Records, 2021)
Um Musik wirklich nachempfinden zu können, empfehle ich ja eigentlich immer, Alben stets von Anfang bis Ende zu hören und dabei die beabsichtigte Reihenfolge des Künstlers einzuhalten. Um gar nicht erst in die Verlegenheit zu kommen, Skip-, Shuffle- oder Programmierungstasten zu drücken, ist es daher wohl am besten, gleich Vinyl aufzulegen. The Grasshopper Lies Heavy machen es einem da einfach, da “A Cult That Worships A God Of Death” in physischen Formaten nur als Schallplatte erhältlich ist.

Oder auch nicht. Denn “A Cult That Worships A God Of Death” verleitet dazu, die Empfehlung abzugeben, die Abspiel-Reihenfolge über den Haufen zu werfen und mit der B-Seite anzufangen, da dies dem Otto-Normalleser von Betreutes Proggen den Zugang zum Album erleichtern sollte.

Das liegt daran, dass die Texaner von The Grasshopper Lies Heavy mit ihrem neuen Album eine Scheibe fabriziert haben, die in ihrem Wesen janusköpfig daherkommt. Es ist ein Album wie eine Split-Vinyl, auf der sich zwei Bands unterschiedlicher, doch artverwandter Genres zusammengetan haben. Seite B ist dabei die um Weiten interessantere für den Fan progressiver Klänge, da sich das Trio aus San Antonio hier vertrackten instrumentalen Klängen zwischen Post Rock und Post Metal hingibt. Das vierteilige Titelstück ‘A Cult That Worships A God Of Death’ stellt dabei das Herz des Albums dar und entführt den Hörer auf eine abwechslungsreiche Reise, die The Grasshopper Lies Heavy vor allem von ihrer introvertierten Seite zeigt. Doch alle drei Stücke der B-Seite neigen auch immer wieder zu noiseartigen Riff-Attacken, welche ein erster Vorgeschmack darauf sind, was sich auf der A-Seite des Albums befindet: Post Hardcore mit rasenden Riffs, krummen Takten, metallischer Härte und düsterem Scream-Gesang.

Es ist Musik, die für den ein oder anderen eine Herausforderung darstellen wird, die aber wunderbar umsetzt, was die Band mit ihren Texten beschreiben wollte: nämlich das Chaos und das Drangsal des von Covid-19 geprägten Jahres 2020.

Und so sind Stücke entstanden, die Vorgänge wie das Einkaufengehen beschreiben, die eigentlich zur Normalität gehören, im Zuge von Pandemie und Isolation aber zu immensen Herausforderungen geworden sind.

‘The Act Of Buying Groceries’ is about the struggles of isolation and how doing simple things like going to the grocery store can be an overwhelming experience in the context of Our Times.

Es sind Stücke, die so gnadenlos und brutal sind, wie der tägliche Kampf um die letzte Packung Toilettenpapier.
Bewertung: 10/15 Punkte

The Grasshopper Lies Heavy – A Cult That Worships A God Of Death (Learning Curve Records, 16.07.21)

Credit: Oscar Moreno

Tracklist:
1. ‘Untitled’ (2:42)
2. ‘The Act Of Buying Groceries’ (2:49)
3. ‘Charging Bull’ (4:49)
4. ‘Tennessee’ (4:58)
5. ‘The Pastor’s Pockets’ (2:23)
6. ‘A Cult That Worships A God of Death, Parts I-IV’ (8:44)
7. ‘Bullet Curtain’ (6:45)
8. ‘サウンドチェック (Sound Check In Japanese)’ (3:25)

Besetzung:
James Woodard (Gitarren, Gesang, Synths)
Mario Trejo (Bass)
Steven Barrera (Schlagzeug)

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Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Earsplit PR zur Verfügung gestellt.