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Jordsjø – Pastoralia

Jordsjø - Pastoralia (Karisma/PlasticHead, 7.5.21)(43:41, CD, Vinyl, Digital, Karisma Records/Plastic Head, 2021)
Wo musizieren die Skandinavier am liebsten? Aber sicher doch in den noch dichten und dunklen heimischen Wäldern. Ein Faktum, das den folkloristischen Touch mancher Projekte noch einmal zu forcieren scheint. Jordsjø ist eben so eine Kapelle, die Jethro Tulls „Songs From The Wood“ allzu wörtlich genommen hat und Songs in eben jenen Zusammenhang einspielt.

Zwar ist „Pastorello“, das nun auch schon dritte Album des aus Håkon Oftung (Tuskmørke, Black Magic) und Kristian Frøland bestehenden Duos längst nicht so folkloristisch eingestellt wie noch der Vorgänger „Nattfiolen“, trotzdem wird hier noch auf gar keinen Fall der Natur der Rücken gekehrt. Zahlreiche Gastmusiker liefern kaum zu vernachlässigenden musikalischen Beistand: Ola Mile Bruland (Actionfredag), Hakon Knutzen, Vilde Mortensen Storesund, Mats Lemjan, Christian Meaas Svendsen und Asa Ree, Meer, Tuskmørke, Wobbler).

Teapot of the Week

„Teapot of the Week“ auf Betreutes Proggen in der KW18/2021

Den organischen neuen Songs haftet ob des mannigfaltigen Gebrauchs diversen Blech- und vor allem Holzgebläses (bevorzugt in Alt) etwas Jazziges an. Flächige, aus Mellotron und Fender Rhodes gebildete Vintage-Sounds lassen „Pastorello“ unumwunden in den Retro Prog abdriften. Derweil Flöten und akustische Gitarren den Jethro-Tull-Pegel ganz hoch halten sieht man sich in puncto Arrangements an Gentle Giant erinnert. Dieser ganze, nicht ganz unbeträchtliche Aufwand kulminiert in dem wirklich anstrengenden ‚Vettedans‘, das wirklich ein Paradebeispiel für Jordsjøs Einfallsreichtum ist. Und während der Spuk hier noch in zwei Minuten vorbei ist, ergeht man sich später in der zehnminütigen Ode an den Retro Prog ‚Jord III‘ – und beschreibt dabei zugleich eine Parallele in Richtung des Debütalbums „Jord“.
Bewertung: 9/15 Punkten (CA 9, KR 13, KS 10)

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