1

Texel – Metropolitan

Texel - Metropolitan (unsigned, 15.2.21) (55:59 + 7:20, CD + Bonus Track, Digital, Eigenproduktion/Just For Kicks, 2021)
Da sind sie wieder, die Mannen um den dänischen Keyboarder Steffen Staugaard und dem britischen Gitarristen Neil Gowland. Unter dem Bandnamen Texel veröffentlichte sie 2019 gemeinsam mit weiteren Mitmusikern, das von Kennern hochgelobte Erstlingswerk „Zooming Into Focus“. Bereits das Debüt zeigte das unbestrittene Können aber auch die Nähe zur niederländischen Kultgruppe Focus. Dabei sollte bzw. darf man Texel zu keinem Zeitpunkt als Klon der Urgesteine um Thijs van Leer verstehen, dafür sind ihre Kompositionen doch zu eigenständig.

Die Messlatte nach „Zooming Into Focus“ liegt natürlich hoch, umso spannender was der Nachfolger „Metropolitan“ nun bietet. Tatsächlich werden die Erwartungen nicht enttäuscht, so erfreut Texel erneut mit einem anspruchsvollen Ausritt in den jazzig, progressiven Rock der 70er ohne dabei die Gegenwart gänzlich zu vergessen. Diesen Eindruck unterstreichen auch die wunderschönen Vintage Keyboardeinsätze von Steffen Staugaard und natürlich gleichermaßen das obligatorische Flötenspiel. Das aufs Neue Focus Reminiszenzen wahrnehmbar sind, stellt sicherlich keine Überraschung dar, so steht bei vier Titeln mit Niels van der Steenhoven ein zeitweise bei Focus aktiver Gitarrist auf der Gastmusikerliste.

Mit dem deutschen Drummer Marco Minnemann (Steven Wilson, The Sea Within, The Mute Gods, The Aristocrats) und dem britischen Multiinstrumentalisten Pete Jones (Tiger Moth Tales, Camel, Red Bazar) sind weitere Hochkaräter mit an Board. Wer sich diese Mitwirkung sichern kann, muss schon etwas vorweisen können. Die Musik von Texel Musik ist durch unterschiedlichste Stile wie, Jazz, Klassik und diversen (progressiven) Rockvarianten beeinflusst. Focus wurde schon mehrfach erwähnt, aber auch weitgehend melodische Spuren von Return to Forever, Weather Report oder Mahavishnu Orchestra und vielleicht auch ein wenig Zappaeskes sollten nicht unerwähnt bleiben.

Trotz einer gewissen Komplexität der Kompositionen verliert sich Texel nicht in verkopfte Spielereien und bleibt stets angenehm geerdet. Diese Art der Mischung ist Texels besondere Stärke. Gut 63 Minuten (inkl. Bonus Track) anspruchsvoller Progressive Rock, zehn Instrumentals und ein durch Pete Jones wunderbarer Stimme verfeinerter Song, das ist die positive Bilanz eines erneut hörenswerten Albums der multinationalen Formation Texel. Erhältlich ist „Metropolitan“, digital oder bei einigen wenigen ausgewählten Internetanbietern im umweltfreundlichen Papersleeve.

Fazit: Freunde des klassisch angehauchten, progressiven Jazz Rocks sind hier definitiv angesprochen, aber natürlich jeder andere auch. Texel ist eben nicht nur als friesische Insel eine Reise wert.
Bewertung: 12/15 Punkten (KR 11, HR 12)

Line-up Texel :
Steffen Staugaard: Keyboards
Neil Gowland: Guitars
Max Saidi: Drums
Phil Wood: Bass
Thorstein Quebec Hemmet: Flutes

Gastmusiker:
Marco Minnemann: Drums (Track 3,11)
Niels van der Steenhoven: Guitar (Track 1,2,3,5)
Pete Jones: Vocals (Track 5)
Kazumi Suziki: Flute (Track 1,11)
Gary Thistlethwaite: Bass (Track 1,2,8)
Barbara Bolivar: Flute (Track 8)

Surftipps zu Texel:
Facebook
Facebook Steffen Staugaard
Bandcamp1
Bandcamp2
Progarchives
Proggnosis

Abbildungen: Texel