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The Entrepreneurs – Wrestler

The Entrepreneurs – Wrestler (Crunchy Frog/Membran, 26.02.21)(33:22, Digital, CD, Vinyl, Crunchy Frog/Membran, 2021)
Bevor man sich das oft so schwierige zweite Album einer Band zu Gemüte führt, um darüber zu urteilen, ist es vielleicht ganz ratsam, sich deren Erstling einmal anzuhören. Vor allem, wenn dieser einem bisher völlig unbekannt war. Das 2019er “Noise & Romance” ist der Erstling der dänischen Band The Entrepreneurs und ist seinerzeit von Kollege Carsten Agthe mit zehn Punkten bewertet worden. Es ist eine Wertung, welche ich heute gut nachvollziehen kann, denn “Noise & Romance” verband romantische Indie-Melodien mit knackigem Noise Rock in der Tradition von Sonic Youth.

In ihren Texten beschäftigen sich The Entrepreneurs auf “Wrestler”, geprägt von einem Aufenthalt im von Gegensätzen geprägten North Carolina (progressive Werte vs. Schrotflinten und Südstaatenflagge), mit dem übergreifenden Thema der Dualität – sowohl jener zwischen Vergangenheit und Gegenwart, als auch jener zwischen Gesellschaft und Individuum.

Musikalisch, beziehungsweise instrumental führt das aktuelle Album “Wrestler” den Sound seines Vorgängers in konsequenter Tradition fort. Es präsentiert von Alternative, Indie, Post Rock, Shoegaze und Grunge beeinflusste Noise-Attacken, welche mal sanfter mal schroffer gefahren werden.

Verändert hat sich jedoch der Stil von Frontmann Mathias Bertelsens Gesang, denn sein Organ klingt auf “Wrestler” viel einseitiger als noch vor zwei Jahren. Geschuldet ist dies den oft monoton vorgetragenen Textzeilen, die Bertelsen manchmal fast leiernd von sich gibt. Dies klingt jetzt vielleicht negativer als es gemeint ist, doch was wahrscheinlich als kreatives Stilmittel gemeint war, löst beim Rezensenten oft nicht mehr als ein Schulterzucken aus. Als Beispiel für diesen Gesangsstil sei hier das Stück ‘Sweet’ angeführt.

Stimmlich Punkten können The Entrepreneurs dagegen mit ‘Cinnamon Girl’, der nach My Bloody Valentine klingenden ersten Single-Auskopplung der Scheibe, da Mathias Bertelsen hier ein mehrstimmiger Chor aus Background-Sängern gegenüber gestellt wird.

Trotzdem ist “Wrestler” im Vergleich zu seinem Vorgänger oft mehr naiv als romantisch. Für den ein oder anderen mag dies vielleicht wie ein interessanter Kontrast klingen, ich selbst würde es jedoch vorziehen, “Wrestler” in einer Instrumentalversion genießen zu können.
Bewertung: 9/15 Punkte


Tracklist:
1. ‘A Good Year To Go Across Country’
2. ‘Sweet’
3. ‘What’s Up With Your Head?’
4. ‘Wrestler’
5. ‘Cinnamon Girl’
6. ‘Mess’
7. ‘(What’s So Fucking Strange About) My Idea’
8. ‘Gonzo’

Besetzung:
Mathias Bertelsen Gesang, Gitarre)
Anders Hvass (Bass, Streicher)
Jonas Wetterslev (Schlagzeug, Perkussion, Synths)

Gastmusiker:
Kim Skovbye (Harfe – Track 4)
Jens Roman (Gitarre, Synths – Track 5)
Linn Holm (Hintergrundgesang – Track 5)
Mads Bertelsen (Hintergrundgesang – Track 5)
Emil Bertelsen (Hintergrundgesang – Track 5)
Marikka Højen Jørgensen (Hintergrundgesang – Track 5)

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Rezension: “Noise & Romance”

Abbildungen: Alle Abbildungen wurden uns freundlicherweise von Backseat zur Verfügung gestellt.