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Fren – Where Do You Want Ghosts To Reside

(44:44, CD, Digital, Eigenproduktion/Just for Kicks, 2020)
Ein neuer Name in der Prog-Szene: Fren. Sie legen mit „Where Do You Want Ghosts to Reside” ihr erstes Album vor, das aus sechs Titeln besteht und es auf eine knappe Dreiviertelstunde Spielzeit bringt. Der Name lässt sich leicht merken, aber lohnt sich dies auch? Der erste Hördurchgang macht schnell klar, dass sich Fans desx Symphonic Prog auf jeden Fall mal mit dieser Band auseinander setzen sollten, denn ihnen ist ein ausgezeichnetes Debüt-Album gelungen, das neugierig auf weitere Taten macht.

Wer sind nun Fren, wo kommen sie her? Was der Schreiberling spontan eher in Skandinavien verortet hätte, ist in Wirklichkeit ein Quartett aus Polen, und zwar bestehend aus:

Oskar Cenkier – pianos / organs / synthesizers / mellotron
Michał Chalota – guitars
Andrew Shamanov – bass guitars / synthesizers
Oleksii Fedoriv – drums.

In Sachen Gesang machen sie schon mal keine groben Fehler, denn: es gibt keinen Gesang auf diesem Album. Stattdessen sechs Instrumentaltitel mit Spielzeiten zwischen drei und zwölf Minuten. Der Opener ‚Twin Peaks‘ startet ausgesprochen gemächlich, aber mit intensiver Atmosphäre, in der sich der Symphonic-Prog-Fan schnell wohlfühlt angesichts der wunderbaren Mellotronklänge. Überhaupt spielen die Tasten eine wichtige Rolle, ohne dabei jedoch in regelrechten Tastenbombast auszuarten. Mal sind es die sanften Mellotronsounds, dann die Orgel oder das Klavier, die Tasten werden ausgesprochen geschmackvoll eingesetzt. Doch gleiches gilt auch für die Gitarre, die ebenso Akzente zu setzen weiß. Ob in einer kurzen Nummer, wie dem dreiminütigen ‚Goraca linia‘ oder dem Zwölfminüter ‚Pleaonasm‘, das klingt alles gut abgestimmt, nie wirklich heavy oder sperrig, sondern meist im Symphonic-Wohlfühlbereich, ohne dabei langweilig zu werden. Bisweilen fließen auch Fusion-Elemente in die Instrumentalmusik der Polen ein.

Man darf gespannt sein, wie sich diese talentierte Band in Zukunft präsentiert, das Potenzial für kommende Glanztaten ist sicherlich vorhanden. Vielleicht kommen ja beim nächsten Mal auch etwas mehr Härte und kantige Passagen mit dazu.
Bewertung: 11/15 Punkten (JM 11, KR 11)

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Abbildungen: Fren