Le Grand Sbam – Furvent

The Grand Sbam - Furvent (Dur Et Doux/ Broken Silence, 9.12.2020) (59:49, CD, Vinyl, Digital, Dur Et Doux/Broken Silence, 2020)
Das Überraschungsmoment hat das Oktett aus Lyon sicherlich auf seiner Seite, da bei Le Grand Sbam EXPERIMENT groß, ganz GROSS geschrieben wird (vgl. dazu auch unsere exklusive Streaming-Premiere zu „Furvent“). Das mit den Überraschungen hat auch schon das um schräge Extravaganzen nie verlegene Würzburger Freakshow-Festival erlebt. Nämlich dass es zwar normalerweise immer noch eine Steigerung gibt. Aber nach diesen Franzosen eigentlich doch nicht mehr.

 
Mit gleich fünf Sänger*innen liegt das Hauptaugenmerk bei Le Grand Sbam und deren zweiten Album „Furvent“ auf stimmlichen Eskapaden, die dann auch alles entäußern, was es an menschlichen Lautäußerungen gibt. Da wird gestöhnt, gehechelt, ein Crescendo wild ratternder Silben auf den Hörer losgelassen oder sich gar am Chinesischen versucht (‚Yi Yin – Techen‘).

 
Schon im Eröffnungsstück ‚La Trace‘, das nicht nur ob seiner opulenten Ausmaße von knapp neunzehn Minuten reichlich schwere Kost ist, zeigen die Musiker*innen, was heutzutage unter Progressive Rock verstanden werden will. Unter Hinzunahme von Zeuhl (eine in Hieronymus Boschs „Garten der Lüste“ lustwandelnde Inkarnation von Magma), Jazz und Avant Prog entsteht ein spannender bis gewöhnungsbedürftiger Sud, der den Hörer entweder in grenzenlose Verzückung versetzt oder ihn wie eine chinesische Tropfenfolter für jedes Geständnis vorbereitet.

 

Teapot of the Week

„Teapot of the Week“ auf Betreutes Proggen in der KW49/2020

Live wirken The Grand Slam ob ihrer Maskerade wie die bösen Geschwister der Chipmunks und es wäre eine Empfehlung an die Band, die aus der gleichen Stadt ähnlich gelagerter Zeitgenossen wie Piniol, PoiL oder Ni kommt, doch vielleicht einmal mit einer Vertonung der Dichtkunst der Vogonen zu experimentieren …
Bewertung: 1/15 bis 15/15 Punkten je nach Stimmungslage (CA: 1-15, KH 14, KR 13)

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Abbildung: Le Grand Sbam