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Kayo Dot – Plastic House On Base Of Sky

Kayodot – Plastic House On Base Of Sky (The Flenser/H'art/Bertus, 24.6.16)(38:24, Download, CD, LP, The Flenser/ Bertus, 2016)
The missing link, jedenfalls auf diesen Seiten – dieses beim Autor leider “untergegangene” Album von 2016 war der Vorläufer des starken 2019er Opus “Blasphemy”. “PHOBOS” à la Kayo Dot ist kein Mars-Mond, aber durchaus ein wenig furchteinflößend durch seine verhallten, klaren bis eiskalten Elektronik-Klangwelten. Zwar kam sogar ein Chor zum Einsatz sowie haufenweise analoge, alte Instrumente, beispielsweise Violine, Viola, Cello, Kontrabass, Trompete, Flügelhorn, Kirchenorgel, Cembalo, Celesta, Fender Rhodes oder Mellotron. Dominiert wird das Hörerlebnis jeoch von Toby Drivers hier manchmal ein wenig übermenschlich wirkenden Gesang wie bei Bowie etwa der ‘Heroes’-Phase, von häufig programmiert wirkenden Rhythmen und besagten Keyboard- und Synthesizer-Kaskaden.

Kongruenz von Form und Inhalt – im Verlauf des zehnminütigen ‘All The Pain In All The Wide World’ scheinen die Songstrukturen zunehmend zu zerfließen, bis sich die reizvolle, aber auch verstörende Komposition für die letzte Minute wieder – verändert – zusammenfindet.

‘Magnetism’ kombiniert die Klangfarben von Depeche Mode mit der Verlorenheit von depressivem Goth Wave und ‘Rings Of Earth’ klingt nach einem Thomas Dolby, der alle Hoffnung aufgegeben hat. Mit dem cineastisch-geheimnisvollen ‘Brittle Urchin’ verweht ein abermals attraktives, aber auch forderndes Statement von Kayo Dot. Die im Booklet dankenswerterweise wiedergegebenen, recht mysteriösen Texte stammen mit einer Ausnahme von Jason Byron (Maudlin Of The Well).
Bewertung: 10/15 Punkten

Surftipps zu Toby Driver und Kayo Dot:
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Abbildungen: Kayo Dot