Silent Eyes – Silent Eyes (EP)

Silent Eyes - Silent Eyes (Eigenproduktion, 20.11.20) (29:41, CD, Digital, Eigenproduktion, 2020)
Da muss schon was im Argen liegen, wenn man sein aus Herzschmerz geborenes Sideproject Silent Eyes nennt. Es soll allerdings auch einen Paul Simon-Song gleichen Namens geben. Wie auch immer – es trug sich zu, dass sich Keelan Butterick (Stare At The Clouds) eines Silvesterabends allein in seiner Wohnung in Sydney wiederfand. Man bedenke – wenn hier Winter ist, ist Down Under heißester Sommer, also nicht unbedingt Depri-Wetter. Dennoch oder gerade deswegen gab er sich düsteren Gedanken ob einer ungewissen Zukunft hin. Die dann Katalysator für ein neues Projekt – eben Silent Eyes – wurden, mit dem er alles das zum Ausdruck bringen wollte, was ihm in jenen finsteren Augenblicken durch den Kopf ging.

Dennoch ist die 5-Track Debüt-EP nicht eben düster, wohl aber angenehm gedankenverloren geraten, mit Songs beziehungsweise Artrock-Balladen zum sich Wohlfühlen. Hier zieht Butterick dann so richtig vom Leder, ließ die opulenten Strings vom The Bloodwood String Quartet einspielen, die Drums kamen von Meniscus-Derwisch Alex O’Toole und die Produktion von Alex Wilson (sleepmakeswaves ). Was in Summe bedeutet, dass alles an dieser EP so richtig pathetisch und phatt geriet. ‚Homeward Bound‘ wird auf den Schwingen überwundener Trauer getragen, ‚The City‘ fängt da an, wo ein Steven Wilson schon lange nicht mehr weitermacht und ‚These Days‘ schrammt – ohne Kuschelrock-Attitüde -haarscharf am Kitsch vorbei. Kann man schon mal machen …
Bewertung: 10/15 Punkten

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Abbildung: Silent Eyes