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Scaphoid – Absent Passages

Scaphoid - Absent Passages (Shunu, 9.10.20)

Abbildung: Scaphoid; Artwork: Corey Meyers


(55:09, CD, Digital, Shunu Records, 2020)
Scaphoid ist das musikalische Alter Ego des Multiinstrumentalisten Matt Hobart. Der Künstler aus der texanischen Metropole Austin veröffentlichte zuletzt im Herbst 2016 die EP „Dies Mercurii„. Nach nunmehr vier Jahren wird die Stille mit dem neuen Album „Absent Passages“ gebrochen, welches über Shunu Records als CD oder digitale Version vertrieben wird. Knapp eine Stunde instrumentaler Musik wird hier auf acht Stücken präsentiert. Die spielen sich mit Ausnahme des fast viertelstündigen ‚Infrastricken‘ im Bereich zwischen drei und sieben Minuten ab. Geboten wird eine eklektische Mischung aus Post Rock und Post Metal, die das Prädikat Progressive zweifelsohne verdient hat. Da auf Text oder Gesang gänzlich verzichtet wird, steht vor allem das Gitarrenspiel von Hobart im Vordergrund.

Eklektisch und virtuos zaubert Scaphoid lieblich-kalte Melodien auf seiner selten verzerrten Gitarre daher. Dazu gibt es viel Hall und etwas Echo, was zu nachhaltigem Aufenthalt im Gehörgang sorgt. Darunter liegen oft metallene Riffs, die mal härter und mal melodischer eine raue Dynamik erzeugen. Zusätzliche Atmosphäre entsteht durch Synthies und Piano (oder Keyboard). Besonders im Stück ‚Melpomene‘ reichert Hobart so die Harmonien stark an.

Abbildung: Scaphoid

„Absent Passages“ ist ein äußerst passender Name für dieses einstündige Werk. Scaphoids Album lädt ein zum Tagträumen, Lustwandeln und Genießen. Ob die Reise in entlegene Orte trotz augenscheinlich fehlender Passage auf unserem Planeten oder doch in Richtung Weltall stattfinden soll, ist dabei völlig dem Geschmack und dem Kopfkino der Hörenden überlassen.

Es ist ein schönes, atmosphärisches und dynamisches Album, voll progressiven Post Rock und Post Metal zum Augenschließen. Die metallenen Passagen sind nicht zu hart und die symphonischen Einwürfe nicht deplatziert.
Bewertung: 11/15 Punkten (RG 11, KR 11))

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