Mammal Hands – Captured Spirits

Mammal Hands - Captured Spirits (Gondwana Records, 2020) (48:31, CD, Vinyl, Digital, Gondwana Records, 2020)
Mit Mammal Hands haben wir wieder einmal eine Jazz-Formation auf dem Schirm, die Jazz auch für Nichtjazzer spielt – sprich keine endlosen Soli, keine Free-Jazz-Attacken und auch keine Polyrhythmik. Dabei ist das, was das Trio aus Norwich hier kreiert, aber auf keinen Fall einfache Muzak für das Nebenher.

Auch auf ihrem vierten Album entspannen Saxophonist Jordan Smart, Pianist Nick Smart und Schlagzeuger Jesse Barett erst sich und dann uns, da „Captured Spirits“ vor allem tiefenentspannt hinträufelt und man Schläge nur als vom Jazzbesen herrührende Luftzirkulationen zu spüren bekommt. Sicher ist das noch Jazz, was Mammal Hands hier veranstalten. Das bekommt man spätestens mit den mit Saxophonbreitseiten aufwartenden Tunes ‚Rhizome‘ sowie ‚Late Bloomer‘ mit positiver Energie zu spüren.

Überhaupt sind eben die “positive vibrations” das Hauptohrenmerk auf „Captured Spirits“, da sich vor allem Soundgebilde wie ‚Ithaka‘, ‚Spiral Stair‘ oder das barjazzende ‚Little One‘ anschmiegen, ohne sich jedoch gleich dem Breitengeschmack anzubiedern. Das mit Tablas auftrumpfende ‚Versus Shapes‘ bringt einen Hauch Exotik und in Verbindung mit einem dringlich aufspielenden Saxophon ein wenig Pharao Sanders in die blauschimmernde Szenerie. Alles in allem machen Mammal Hands als jazziges Pendant zu den Labelmates von dem Portico Quartet eine mehr als gute beziehungsweise eine künstlerisch hochwertige Figur …
Bewertung: 12/15 Punkten (CA 12, KR 12)

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Abbildungen: Mammal Hands