The Gardening Club – Boy On A Bike

The Gardening Club - Boy On A Bike (Martin Springett e.a., 12/2019)(43:42, CD, Eigenveröffentlichung, 2019)
“News from the Potting Shed”, wie es bei Martin Springett bzw. über den Lattenzaun seines The Gardening Club hinweg immer so schön heißt. Neu im Sinne von: ein Update zum köstlichen Vorläufer “The Riddle” aus den Jahren 1983/2018!

Und wieder ist das Album in mehr als einer Hinsicht schön. Und erneut gehen die eigenen Assoziationen, wenn denn etwas so apart-knorrig Eigenständiges überhaupt verglichen werden muss, in Richtung des bukolischen, zutiefst geerdeten Soloschaffens von Anthony Phillips und/oder Colin Bass. Auch von Gerry Rafferty war im “Sounds like”-Kontext schon einmal zu lesen – und soweit es Martins prägnante, die Tonhöhe oft leicht umspielende Gesangsstimme und insofern es die Bedeutung von Blasinstrumenten wie Saxophon und Fagott für diese Musik angeht, ist das auch gut nachvollziehbar. In jedem Falle aber ist die Musik positiv – nie auf offensichtliche Art fröhlich oder gar überdreht, sondern eher fast unmerklich aufbauend und heilend, wie ein in einer schönen Landschaft im Freien verbrachter Tag.

(The first rehearsal of The Gardening Club Trio. Sari Alesh / Violin. Norm Macpherson / Guitar. Martin Springett / Composer /Guitar / Vocals and Art)

‘Riding The Thermal’ eröffnet den Reigen mit einer wunderbar pumpenden Bass-Figur und wie bei Shadowfaxens G.E. Stinson sehnsüchtig singender Slidegitarre. Die ist auf dem Streicher-getriebenen Folkrocker ‘Ravensgate’, dem ‘Kashmir’ vom Gardening Club sozusagen, sogar noch prägnanter.

‘Elemental’ ist nur ein kurzes Zwischenspiel, bis mit ‘Circling’ die allegorische Fahrt auch wirklich Tempo aufnimmt.

Die ‘Night Ride’ ist natürlich etwas langsamer – und sehnsüchtiger. Auf dem dezentes Genesis-Feeling verbreitenden Titelstück brillieren Sean Drabbits bundloser Bass und Martins ebenfalls wie bundlos-legato singende Stimme.
‘Elegy (For Phyllis)’ ist ein zauberhaftes Gitarren-Instrumental mit mehr Gefühl als Technik-Gefreake, während ‘For A Moment’ seine Magie wieder aus dem Kontrast zwischen jubelndem Fagott und Fretless-Fundament bezieht – und natürlich Denise Withnells Gesang.

Nach dem erneuten Interludium ‘The Clock’ durchradeln wir ‘Wolfgate’, bei dem das Piano wie z.B. beim großen Max Middleton herrlich grooved, ja fast ein wenig swingt.

Und so werden noch einige Stationen angefahren, durchlebt und zurückgelassen, bis wir zum ‘Gardengate’ und dem Ursprung (zurück) kommen…
Ganz offensichtlich gibt es für diese Reise ein Konzept, eine inhaltliche Klammer um Text, Musik und unnachahmlichem Artwork (Martin Springett), der sie so erläutert:

»… the term, Flat Tire, may well have a more profound meaning than you thought! This particular ride was not along a straight highway, more of a twisty turny country lane, starting out in Kent, the garden of England, then careering off to the Mohave desert, where a line of cosmic gateways conveniently lined up to admit the sounds and songs being recorded and then released forth their own aural commentary on the general proceedings. A circling of sights and sounds!«

Aufgenommen wurde die ganze Pracht erneut in Norm MacPhersons “Garry Oak Studios” in Metchosin BC. Gelungen, auch der Klang ist hervorragend, warm und doch feinzeichnend.
Bewertung: 12/15 Punkten

Die Gärtner:
Sean Drabbit – Fretless Bass
Wayne Kozak – Saxophon
James MacPherson – Drums, Keyboards
Norm MacPherson – Slide Guitar, Electric Guitar, Keyboards, Fagott
Martin Springett – Vocals, acoustic guitar

Die Gast-Gärtner:
Sari Aleshi – Violin
Peter Dowse – Bass
Morry Stearns – E-Piano
Leon Torres – Percussion
Dave Wilkie – Mandoline
Denise Withnell – Gesang

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Alle Abbildungen – by kind permission of Martin Springett / The Gardening Club