Catapulco – Catapulco (EP)

Catapulco - Catapulco (EP, 2017)(23:22, CD-EP, Eigenproduktion/Bandcamp, 2017)
Ist Euch so etwas vielleicht auch schon mal passiert? Dem Autor jedenfalls leider nicht zum ersten Mal: Unter der manchmal leicht irrsinnigen Druckbetankung mit neuer Musik, die uns regelmäßig “abfüllt”, war vor bereits ganzen drei Jahren auch die schmucke EP der Kölner Band Catapulco, die schon damals einen äußerst positiven Eindruck hinterließ.

Da sich aber dunnemals keiner der Redactricen und Redakteure zum Betreuen becircen ließ und der Autor selbst leider nicht dazu kam, geriet das Opus in Vergessenheit – unfairer- und dummerweise, zugegeben. Warum langweile ich Euch jetzt damit? Weil das aktuelle Album “Pulpo” (Februar 2020) zu dem gehört, was meinereinen in diesem Jahr bislang am meisten beeindruckt und am längsten beschäftigt hat.

Um den alten Fehler wenigstens ein wenig wieder gut zu machen hier nun also immerhin schon mal die Würdigung der 2017er EP (und wenn ich mir “Pulpo” bis dahin immer noch nicht übergehört habe, dann soll die schnellstmöglich folgen…).

Also – für einen anständigen (Cat)A(ca)Pulco Dream nehme man: zwei Teile Seventies Rock (aber Vorsicht, nicht auf die Billigware aus dem Japan-Shop hereinfallen, sondern den guten Stoff mit analogen Keyboards verwenden), ein Teil Kraut(rock)wasser, ein Teil Blue(s Rock)Curacao, dazu nach Gusto etliche Spritzer Double Leadgitarren. Das Ganze bekifft und geRifft, aber nicht geschüttelt – ein hippiebuntes Schirmchen kann, aber muss nicht dabei sein, fertig ist ein so delikates wie atemberaubendes Gesöff, versprochen!

Die EP war bzw. ist insofern ein gigantischer Start, weil sie bereits den bislang m.E. stärksten Song der Catapolkas enthält – und damit sogar beginnt: ‘Bird of Prey Supreme’ kann wie der Name schon sagt wirklich spontan eine spontane ‘Love Supreme’ beim Hörer auslösen. Direkt vom atmosphärischen Einstieg an, bei dem Catapulcos phantastischem Sänger Maze wie einem Bänkelsänger die Bühne noch fast allein gehört. Und ab dem Moment, wo sowohl Maze wie die Mitstreiter abzuheben beginnen, beginnt seine Stimme im besten Sinne an, nach Bernd Noske (R.I.P., Birth Control) zu klingen, während die beiden Gitarristen, die coole Rhythmusgruppe aus Steve und Lars, vor allem aber Keyboarder Florian, hier an der Orgel, die nötige “Thermik” dafür bereitstellen. Sieben Minuten wie direkt aus den Siebzigern!

Schöner wird es danach nicht mehr, aber heftiger: der treibende Bluesrocker ‘Everyday Fallacy’ begeht überhaupt keinen Irrtum. Im ‘House’ fühlt man sich allein schon wegen der warmen Fender Rhodes-Sounds gleich daheim. Und ‘Turn Around’ könnte bei einem analogen Medium eigentlich nur die Erinnerung bedeuten, den Tonträger umzudrehen. Apropos Medium: Die EP kann zum selbstbestimmten Preis (PWYW ) heruntergeladen werden.
Bewertung: 12/15 Punkten

Besetzung:
Maze Voigt – Vocals
Jan Elson – Lead and Rhythm Guitars
Till Skoruppa – Lead and Rhythm Guitars
Florian Bergmann – Keyboards
Lars Kaufmann – Bass
Steve Iceberg – Drums, Artwork

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Abbildungen: Catapulco
Album Artwork: Steve Iceberg