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The Oneira – Injection

The Oneira - Injection (Rockshot, 2020)(47:41, CD, LP, Rockshots Records, 2020)
Mit “Injection” liegt das dritte Album der internationalen Formation The Oneira vor. Als Kopf fungiert der Grieche Filippos Gougoumis (Gitarre, Bass). Weitere Mitglieder sind die Italiener Manuel Ruscigno (Gesang), Gianpaolo “Banjo” Begoni (Keyboards, Programming) und Danilo “Sakko” Saccotelli (Schlagzeug). Wie bereits die Vorgänger wurde dieses Album wiederum im renommierten Spacelab Studio in Tönisvorst aufgenommen und produziert, welches seit vielen Jahren von den beiden Everon-Mitgliedern Oliver Philipps(der auf diesem Album ebenfalls als Gastmusiker in Erscheinung tritt) und Christian “Moschus” Moos unterhalten wird, womit es soundtechnisch hier also natürlich absolut nichts zu meckern gibt.

Dennoch macht es sich die Promotion-Ateilung des Labels einfach zu leicht und tituliert das Album vollmundig als “interessant für Fans von Porcupine Tree, Rush und Yes”. Von diesen namhaften Vergleichen ist jedoch nur in komplett vernachlässigbaren Dosen bis rein gar nichts auf “Injection” zu hören, wenn man sich näher mit dem Album befasst. Lediglich Rush mag man mit gutem Willen ganz, ganz entfernt erkennen. Stilistisch sind The Oneira vielmehr irgendwo im sinfonischen, melodischen Prog- bzw. Rock-Bereich anzusiedeln, mit einer ganz leichten Schlagseite zum Prog Metal.

Inhaltlich geht es bei diesem Album um den Kampf zwischen Angst und Bedauern. Dennoch sind die Arrangements der insgesamt neun Tracks weitgehend harmonisch angelegt, mit einem Hang zu bombastischen und ausladenden Melodiebögen, sowie ordentlichem Rock-Punch. Insgesamt sehr gefällig anzuhören, dazu recht souverän und professionell umgesetzt, mit einigen raffinierten Wendungen und kernigen Soli an Keyboards und Gitarre versehen, fehlt es dennoch an den echten Überraschungsmomenten. Vor allem im instrumentalen Bereich blitzen immer wieder kurze Passagen auf, die kurzfristig aufhorchen lassen, bevor jedoch wieder viel zu schnell in bekanntes Fahrwasser zurückgekehrt wird.

Wer es melodisch mag, durchaus einen moderaten Härtegrad verträgt, der liegt bei diesem Album sicherlich richtig und sollte also ein Reinhören riskieren. Aus persönlicher Sichtweise heraus ist der Gesamteindruck dann doch eher durchwachsen und ist in seiner Wirkung eine Spur zu unauffällig.
Bewertung 8/15 Punkten

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Rezension “Hyperconscious” (2015)
ProgArchives

Abbildungen: The Oneira / Rockshot Records