Last Knight – Seven Deadly Sins

(69:41, CD, Somnus Media/Just For Kicks, 2019)
Das Cover gibt schon einmal einen ersten Hinweis, worum es hier geht. „A Rock Symphony by Last Knight“ steht dort, inspiriert von Dantes Göttlicher Komödie. Ist ja nicht das erste Mal, dass dies bei einem Prog-Album zur Vorlage dient. In diesem Fall wurde jeder Todsünde ein Lied gewidmet. Es geht recht symphonisch mit ‚Lust‘ los, da erinnert das orchestrale Arrangement zu Beginn noch an einen Soundtrack. Doch schon bald ist man inmitten einer typischen Symphonic-Prog-Produktion. Schnell wird bemerkt, dass der in englischer Sprache vorgetragene Gesang nicht von einem Muttersprachler stammt, was aber nicht weiter störend ist, da zum einen nicht negativ ins Gewicht fallend, zum anderen wissen die Gesangsparts des Argentiniers Gustavo Lato durchaus zu gefallen. Die aus unterschiedlichen Ländern stammende Formation wird von teils namhaften Gastmusikern unterstützt, insgesamt wirken an diesem erfreulichen Album folgende Musiker mit:

Gustavo Lato – lead and backing vocals / guitars
Pablo Lato – bass guitar / electric guitars / percussion / backing vocals / keyboards
Nelson Pombal – electric guitars
Jose Manuel Medina – piano / keyboards / vocals / FX / orchestration / Hammond organ / mellotron / percussion / vibraphone
Jose Bruno – drums
Angel Ruiz – pedal steel guitar
Israel Sánchez – drums
Richie Castellano – vocals
Rafael Pacha – electric guitars / acoustic guitars / flute / classical guitar
Eduardo G. Salueña – grand piano / keyboards
Fernando Samalea – drums
Ana Fernández – violin
John Mitchell – lead and backing vocals
Theo Travis – flute / tenor sax
Emilio Gutiérrez – Hammond and farfisa organ
Ignacio Alonso – cello.

Das Projekt Last Knight existiert bereits seit über 20 Jahren und wurde initiiert vom spanischen Keyboarder Jose Manuel Medina, der auch auf diesem Werk einen entscheidenden Anteil an Kompositionen und Fertigstellung hat. Auf diesen Seiten tauchte der Name erstmals mit einem voluminösen Dreier-Album namens ”Talking To The Moon” aus dem Jahr 2017 auf.
Medina bezeichnet es als internationales Projekt, das mittels Zusammenarbeit über das Internet funktioniert. Hier nun hat er das Material auf einen Tonträger beschränkt, sicherlich keine schlechte Idee.

Fans von symphonischem Melodic Prog / Neo Prog werden ihre Freude an diesem Album haben, das geht schon mit dem feinen elf-minütigen Opener los und setzt sich nahtlos fort. Das recht kurze ‚Gluttony‘ erinnert mit dem exaltierten Gesang und der Klavier Begleitung an Tiger Moth Tales, gefolgt vom tollen 9-Minüter ‚Greed‘, auf dem Richie Castellano als Sänger zu überzeugen weiß, er erinnert stark an eine Mischung aus John Wetton und Kansas. Dem Rezensenten bis dato gar nicht bewusst: dieser Mann ist schon seit vielen Jahren bei Blue Öyster Cult tätig. Guter Mann! A propos … Dieses Album wurde übrigens John Wetton gewidmet. In diesem abwechslungsreichen Song tauchen auch Mellotronsounds auf, am Ende lässt die durch Flöte erzeugte Stimmung an Eris Pluvia/Ancient Veil denken.

Die Tastenarbeit prägt wenig überraschend den Gesamtsound des Albums deutlich, auf ‚Sloth‘ klingen auch schon mal Assoziationen an Rick Wakeman durch. Immer wieder werden die Kompositionen durch schöne Streicherarrangements und feine Gitarren- wie auch Tastenparts aufgewertet. Außerdem kommen gute Gesangsleistungen hinzu, so auch durch Arena-Gitarrist John Mitchell auf dem zwölf-minütigen ‚Envy‘. Der längste Song, das abschließende ‚Pride‘ bringt es auf über 14 Minuten Spielzeit, hier glaubt man gelegentlich, Musik von Roger Waters herauszuhören.

Doch bei allen genannten Inspirationsquellen bleibt festzuhalten, dass diesem Projekt ein feines, durchaus eigenständiges Symphonic Prog Album gelungen ist. Empfehlung!
Bewertung: 11/15 Punkten

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