Dukatalon – Involuntary Action

Dukatalon - Involuntary Action (2020)(47:01, Digital, Eigenveröffentlichung, 2020)
Fast ein komplettes Jahrzehnt ist es inzwischen her, dass Dukatalon ihr Debut “Saved by Fear” bei Relapse Records veröffentlicht haben. Das Trio aus Tel Aviv wurde in erster Rezeption gerne als die Eyehategod Israels bezeichnet – ein Vergleich der durchaus seine Berechtigung hatte.

Seit “Saved by Fear” gab es bis auf eine Split mit Rites und einigen Touren eher wenig von Dukatalon zu hören. Umso erfreulicher also die Ankündigung, dass pünktlich zum Eintritt ins neue Jahrzehnt in Eigenregie der zweite Langspieler der drei Sludger erschien.

Und soviel sei schon mal vorweg gegriffen: das Warten hat sich gelohnt! Dukatalon haben ihre bewährte morbide Energie nicht nur neu geschöpft und weiterentwickelt. Für “Involuntary Action” wurden nicht nur Schaufeln sondern ganze Schubkarren draufgelegt. Voller Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein, brachial, abgrundtief und dreckig präsentieren ZafrirRoly und Maayan einen Tonträger, der von vorne bis hinten nach Dukatalon klingt.

Eine sehr schöne Note erzeugen die unverzerrten Gitarrenpassagen, in denen die orientalischen Skalen noch mehr auffallen. So wird die rein instrumentale Nummer ‘Myopia‘ zum kurzsichtigen Erlebnisritt durch eine brennend heiße Wüste, welcher sich im wütend galoppierenden ‘Angels in Red’ entlädt.

Und genau diese Übergänge sind eine weitere Stärke von “Involuntary Action”. Dukatalon haben die weitgefächerte Variation aus düsterstem Doom Metal, zerstörendem Sludge, intelligenten Post-Metal Breaks und nahöstlichen Harmonien mit Perfektion positioniert. Jeder Rhythmuswechsel, jeder genreübergreifende Übergang und jede kleine Überraschung für das Gehör ist genau dort, wo er/sie hingehören.

“Involuntary Action” ist eine tiefschwarz-melodische und intelligente Abrissbirne, die dem Begriff Sludge eine neue Nuance gibt. Dukatalon sind eindeutig aus dem Schatten von Dopethrone, Eyehategod, 16, Ten Ton Slug und Hang the Bastard herausgetreten und haben sich ihren eigenen Platz an der Sonnenfinsternis verdient.
Bewertung: 12/15 Punkten (RG)

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