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Biffy Clyro – Balance, Not Symmetry (Original Motion Picture Soundtrack)

Biffy Clyro - Balance, Not Symmetry (Original Motion Picture Soundtrack)(65:15, Digital, Vinyl, Warner Records, 2019)
Biffy Clyro sind wieder da! Nachdem die drei Schotten um den charismatischen Frotmann Simon Neil zuletzt etwas an Kraft verloren (weder der letzte reguläre Output „Ellipsis“ noch die „MTV Unplugged“ Session konnten an die bombastischen Vorgänger wie „Opposites“ oder gar „Only Revolution“ heranreichen), so setzen sie mit „Balance, Not Symmetrie“ wieder ein deutliches Ausrufezeichen! Dabei ist das vorliegende Werk, das ohne großes Getöse recht heimlich und ohne Brimborium veröffentlicht wurde, kein reguläres Studioalbum, darauf weist allein schon der Zusatz „Original Motion Picture Soundtrack“ hin. Tatsächlich bat Regisseur Jamie Adams die Band, einen Soundtrack zu komponieren, dessen Songs während der Dreharbeiten zum mäßigen, gleichnamigen Film laufen gelassen werden, um die Stimmung am Set zu beeinflussen. Entsprechend abwechslungsreich tobte sich die Band bei „Balance, Not Symmetry“ aus.

Das Album beginnt mit dem titelgebenden Track ‚Balance, Not Symmetry‘ und vereint all das, was Biffy Clyro die letzten Jahre so groß gemacht hat. Es wird proggig, es wird sperrig, es wird laut und wild, nur um sich dann im Refrain in einem hymnischen Refrain zu entladen. Himmlisch! So hat man die Schotten die vergangenen Jahre nicht gehört. Mit dem darauffolgenden ‚All Singing And All Dancing‘ schaltet die Band dann auch direkt zwei bis drei Gänge zurück und kredenzt einen straighten Rocksong mit poppigem Charme, erinnert hier mitunter an ‚Friends And Enemies‘ vom letzten regulären Album „Ellipsis“. Noch ein ganzes Stück ruhiger und leider auch unspektakulärer wird es schließlich mit dem dritten Song des Albums. ‚Different Kind Of Love‘ kennen Biffy-Jünger bereits von der „MTV Unplugged“-Platte und schon da wusste das Lied nicht recht zu begeistern.

Auf den insgesamt 17 Tracks der Platte, bei denen sich drei (‚Pink‘, ‚Navy Blue‘, ‚Yellow‘) als Interludes charakterisieren lassen, loten die drei Schotten diesen auf den ersten drei Songs abgesteckten Rahmen dann weitestgehend aus. So gibt sich beispielsweise ‚Sunrise‘ als charmanter Mix aus Härte und Sanftheit, Sperrigkeit und Eingängigkeit. Und während ‚Colour Wheel‘ dann wieder recht balladesk und ansprechend über die Boxen tönt, fährt ‚Fever Dream‘ anfangs eine ähnliche Schiene, um gegen Ende an Dramatik und Lautstärke aufzudrehen.

Auch auf der zweiten Hälfte des Albums präsentieren Biffy Clyro einen Kessel Buntes. ‚Tunnels And Trees‘, ‚The Naturals‘ oder auch ‚Touch‘, sowie ‚Following Master‘ präsentieren hier die eher rockenden Schotten, die noch immer verdammt genau wissen, wie man hymnische Refrains zu schreiben hat, während Songs wie ‚Plead‘ oder das abschließende ‚Adored‘ die ruhigen Gemüter begeistern dürfte.

Unterm Strich wurde „Balance, Not Symmetry“ ein recht abwechslungsreiches Album. Mit Blick auf die Diskographie der Schotten mag man durchaus kritisieren, dass es unter den insgesamt 17 Tracks nicht geschmerzt hätte, ein bis zwei eher härtere Songs vernehmen zu dürfen. Songs, die Biffy Clyro scheinbar endlos aus dem Ärmel schütteln können. Andererseits wurde das Trio für das vorliegende Werk darum gebeten, einen Soundtrack zu komponieren. Und hier mag die Band auf Idee gekommen sein, nicht zu sehr drauflos zu preschen. Nun, ob dem so ist oder die Band tatsächlich mit zunehmendem Alter immer ruhiger wird, das wird das nächste Album zeigen. 2020 sind wir schlauer. Und bis dahin heißt es: Mon The Biff!
Bewertung: 12/15 Punkten

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