Cosmic Ground – Cosmic Ground 5

(75:26, CD, Digital, Eigenproduktion, 2019)
Viel Information ist dem Albumcover nicht zu entnehmen, im Grunde genommen nur ein Dreizeiler, der besagt, dass das Album 2018/2019 in Aachen aufgenommen wurde und von Dirk Jan Müller eingespielt, gemischt, produziert und gemastert wurde. Dabei bediente der Protagonist folgende Instrumente:
Analog modular synthesizers and sequencers / farfisa organ / string ensembles / mellotron / bass.

Wer sich mit aktuellem Kraut- bis Spacerock auskennt, wird beim Namen des Musikers sofort hellhörig, denn Dirk Jan Müller ist seit vielen Jahren in seiner Band Electric Orange aktiv, die an dieser Stelle bereits häufig Erwähnung fand. Doch neben dieser recht bekannten Formation läuft bereits seit einigen Jahren sein Projekt Cosmic Ground, mit dem er im Alleingang (abgesehen von einem in Duo-Konstellation gespielten Live-Album) seine Vorstellungen von elektronischer Musik zu Gehör bringt.

Da ist also nichts mehr mit Krautrock, sondern hier wird eindeutig der EM-Fan angesprochen. Und das auf sehr beeindruckende Weise, denn es zeigt sich auf den Cosmic Ground-Alben sehr schnell, dass es sich nicht um ein halbherziges Nebenbei-Projekt handelt, sondern Müller hier mit viel Gefühl für geschmackvolle Elektronik-Musik unterwegs ist. Die meisten der insgesamt acht Kompositionen liegen spielzeittechnisch gesehen im Bereich um die zehn Minuten, deutlichste Ausnahmen sind das kurze Intro ‘Sludge’ und der Longtrack ‘Operation:echo’ mit über 18 Minuten Laufzeit, wobei dies in diesem Genre ja noch beinahe kurz ist.

Müllers Ansatz ist deutlich von den Siebzigern inspiriert, wobei damit wenig überraschend gelegentliche Nähen zu 70er Tangerine Dream zu entdecken sind. Neben von der Berliner Schule inspirierten Musik bewegt er sich auch in Ambient-Gefilden, so dass hier weniger hochmelodische Elektronische Musik als vielmehr auf dichte Atmosphären und beeindruckende Klanglandschaften ausgerichtete Titel zu hören sind. Nach eingangs noch recht Sequenzer-betonten Nummern, wird im weiteren Verlauf der rhythmische Faktor auch mal zurück genommen und auf die Ausarbeitung der Atmosphäre fokussiert. Schönes Album, das Genre-Freunden sicherlich Spaß bereitet!
Bewertung: 11/15 Punkten

Surftipps zu Cosmic Ground:
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Unser Interview mit Dirk (2017)
Unsere Rezension zu “III” (2017)
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