VUG – Onyx

(39:48, Vinyl/CD Gatefold/Download, Noisolution, 2019)
Vor etwa eineinhalb Jahren haben VUG aus Berlin mit ihrem selbstbetitelten Erstlingsschlag die Messlatte im 70s Rock’n’Roll der härteren Schiene neu geeicht. Erst diesen Sommeyor wurde darauf mit der Single ‘Tired of‘ die Vorfreude auf die zweite LP von VUG entfacht. Wie alle bisherigen Erzeugnisse der vier Berliner erscheint auch “Onyx” beim freundlichen Berliner Label Noisolution.

Mit “Onyx” haben VUG nochmal alle Erwartungen übertroffen. Die acht Tracks strotzen vor Selbstbewusstsein, Freude und Bewegung. Dreckiger Rock’n’Roll, der nach Whiskey schmeckt und direkt das Tanzbein aktiviert, vermengt sich mit einem rauchig-kratzigen und dennoch melodisch-harmonischen Hard Rock. Fans von schwedischen Hard Rock Bands wie The Kendolls wird es schwer fallen, diese Scheibe vom Plattenteller zu nehmen. Genauso wird es Menschen gehen, die sich an den Stoner Blues Erzeugnissen von  VUGs Labelkollegen Coogans Bluff erfreuen.

Mit ‘Palace of Sin’ ist auf der neuen Platte auch noch ein Track, der vom ehemaligen Drummer Nick DiSalvo eingespielt wurde. Damit übergibt er freundschaftlich die Sticks an seinen Nachfolger Leonard Vaessen und widmet sich wieder vollkommen seiner Arbeit bei ElderLeonard fügt sich bestens ins raue Soundkonstrukt von VUG ein und baut ein festes, starkes Klangfundament für seine Bandkollegen. Bass und Gitarren tanzen und springen stets on point mit, und krachen mit einer irren Dynamik aus den Boxen. Auffällig ist hier auch die bluesige Harmonie, bei der VUG kaum Zerre auf die Gitarren packen. Als Sahnehäubchen ist da noch Felix‘ Gesang, der sich durch ein immenses Klangspektrum bewegt und von sanften Tönen über Heavy Metal-artige Höhen bis hin zur rauchigen Rockröhre immer fesselt und seine Zuhörerschaft abholt.

VUG haben mit “Onyx” ein motivierendes und antreibendes 70s Hard Rock Album vorzuweisen, das für große Feiern ebenso tauglich ist wie für ein Feierabendbier oder lange Strecken auf der Straße. Auf knapp vierzig Minuten wird hier abwechslungsreicher und intensiver Rock’n’Roll mit ehrlicher DIY Attitude geboten. Verpackt ist das gute Stück in einer geheimnisvoll schön gestalteten Hülle von Bassist Philipp Hennermann.
Bewertung: 12/15 Punkten (RG)

VUG live:
06/12/19 Rare Guitar, Münster
07/12/19 MTS, Oldenburg
08/12/19 Lehmitz, Hamburg
10/12/19 Cinetol, Amsterdam
11/12/19 Karnak, Kassel
12/12/19 Altes Spital, Viechtach
13/12/19 KAPU, Linz
14/12/19 Pizzin, Bamberg
15/12/19 Backstage, München
20/12/19 Immerhin, Würzburg
21/12/19 Zukunft, Berlin

Besetzung:
Felix Scholl (Gitarre & Gesang)
Leonard Vaessen (Drums)
Philipp Hennermann (Bass)
Maximilian Raine (Gitarre)
Nick DiSalvo (Drums auf ‘Palace of Sin’)

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Review zum Debüt Album