Periphery, Plini, Astronoid, 01.11.19, Köln, Essigfabrik

Ausverkauftes Haus in der 1.500 Zuschauer fassenden Essigfabrik zum Tourauftakt in Köln – und das schon Wochen vor dem Tag des Konzertes.
Welch ein Erfolg für Periphery und den Progressive Metal im allgemeinen.

Astronoid
Was für die heute aftretenden Bands gar nicht besser hätte kommen können, entpuppt sich für so manchen Fan des Openers Astronoid als kleine Enttäuschung. Die Warteschlange vor der Essigfabrik ist so lang, dass die Security mit der Abfertigung nicht hinterher kommt und es lange nicht alle Fans für den Beginn der Band aus Massachusetts in die Halle schaffen.

Schade, denn was die vier Bay Stater auf der Bühne veranstalten ist durchaus hörenswert. Vor allem Sänger Brett Boland zeichnet sich dafür verantwortlich, dass einem das Quartett in Erinnerung bleibt. Seine Stimme ist eher untypisch für die Genres Post Metal und Blackgaze: schließt man die Augen, so könnte man den Herrn für eine männliche Variante der Isländerin Björk halten. Astronoids Musik steht in hartem Kontrast zu Bolands Gesang. Schlagzeuger Matt St. Jean trommelt wie ein Uhrwerk, während Bassist Daniel Schwartz dem Ganzen ordentlich Wums verleiht. Trotzdem verbinden sich Stimme und Instrumente zu einer harmonischen Einheit, was vor allem an den von Boland und Casey Aylward gewebten Gitarrenteppichen liegt. Ein starker Einstieg in den Abend. Allerdings verdienten Astronoid deutlich mehr Applaus vom Publikum.

Plini
Nach kurzer Umbaupause geht es weiter im Programm mit Plini. Hierbei handelt es sich um das Soloprojekt des aus Sydney stammenden Gitarristen und Sonwgriters Plini Roessler-Holgate. Unterstützt von drei Mitmusikern spielt Plini eine gefühlvolle und gleichzeitig äußerst technische Variante des instrumentalen Progressive Rock.

Herausragend sind vor allem Plinis Soli sowie seine beeindruckende Tapping-Technik. Diese lässt den ein oder anderen Gitarristen im Publikum mit offenen Mündern dastehen. Trotz aller Verträumtheit und Brillianz können auch die Australier das Publikum nicht vollends mitreißen. Zwar gibt es vereinzelte Jubelausbrüche, doch wahre Begeisterung sieht anders aus. Vielleicht ist die Essigfabrik auch einfach nicht der richtige Rahmen für solche Musik.

Periphery
Ganz anders sieht es dann gut eine halbe Stunde später aus, als der Headliner Periphery die Bühne betritt. Schon zu Beginn des Sets fressen die Fans dem Fünfer aus Washington D.C. direkt aus der Hand, und das, obwohl das knapp 17-minütige ‘Reptile’ vom aktuellen Album “Periphery IV: Hail Stan” nun wahrlich kein einfach zu verdauender Brocken ist.

Als die Vorspeise verschlungen ist, tobt das Publikum und fordert mehr. Serviert wird mit ‘Chvurch Bvurner’ der wohl brutalste Song des Abends. Bei aller Härte kann man kaum glauben, dass heute kein Bassist auf der Bühne steht, sondern selbst die tiefsten Töne ausschließlich von den drei Gitarristen Misha Mansoor, Mark Holcomb und Jake Bowen fabriziert werden, instrumental untermauert von Matt Halpern am Schlagzeug.

Dem Publikum ist es egal. Periphery werden abgefeiert. Pogo, Moshpits und Crowdsurfer beherrschen das Bild des Abends. Auch die Band ist in Feierlaune, da die Stimmung aus dem Publikum zurück auf die Bühne schwappt. Peripehry spielen vor allem Songs ihres jüngsten Studioalbums, doch auch ältere Kracher wie ‘Marigold’ oder ‘Scarlet’ kommen immer wieder zum Zuge. Ein fulminater Abend, der sowohl auf als auch vor der Bühne zufriedene Gesichter hinterlässt.

Als die Band um Sänger und Frontmann Spencer Sotelo dann allerdings noch einmal für eine Zugabe zurückkommt, gibt es im Publikum kein Halten mehr. Dass sich Periphery dann ‘Lune’, das Schlussstück des 2016er Albums “Periphery III: Select Difficulty”, fürs Ende aufgehoben haben ist ein Glücksgriff. Kein anderes Lied im Backkatalog der Band besitzt einen solch hymnenhaften Charakter. Und so ist es fast vorprogrammiert, dass das Publikum die Melodie des Choruses noch lange weitersingt, nachdem die Band die Bühne schon längst verlassen hat.

Vielen Dank für die Bearbeitung der Live-Fotos an: Inga Fischer!

Setlists:
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