Javva – Balance Of Decay

(39:40, CD, LP, Digital, Antena Krzyku, 2019)

Vorab: Nein, es ist keine Mandrill-Scheibe.

Und nein, Mandrill machten völlig andere Musik.

Aber das Cover ist wirklich schon mal schön.

Eigenbeschrieb: „JAVVA ist eine Tanzband, die aus Beat, Gitarren und leidenschaftlicher Mikropsychose geboren wurde.“

Ja, das ist eine recht treffende Beschreibung. Die vier Musiker machen hier mit ihrer Erstveröffentlichung eine gute Figur für jeden, der auf Tanzbares mit afrikanischem Temperament, vermischt mit wavig-punkiger Attitüde steht, und der kein Gesangsallergiker ist.

Am Anfang der Scheibe kommen unwillkürlich die alten 70s-Nigeria-Funk-Classics in den Sinn, der Klang des Keys und der stampfende Rhythmus. Immer wieder wird der Fluss unterbrochen von einem zu diesem Genre ganz und gar nicht zuzuschreibenden Gesang. Das macht eine gewisse Eigenständigkeit aus und ist vollkommen Geschmackssache. Hier werden sich wohl die Geister scheiden.

Jedes Stück bekommt im Laufe der Spieldauer einen leichten, aber kontrollierten Psychedelic-Faktor eingearbeitet. Aber immer maßvoll, es wirkt gar etwas vorsichtig. Der endgültige Abflug und totale Freakout bleibt aus, das ist sicher so gewollt und verschreckt auch nicht zu sehr. Vielleicht können sie das bei einer Live-Show mit dem entsprechenden Publikum leisten. Das Handwerkszeug hätten sie dazu.

Das Album ist sehr solide gespielt, das sind richtig gute Musiker. Der Rhythmus stampft und arbeitet blitzsauber, der Bass tut, was er bei dieser Art von Musik tun muss, auch Gitarre und Tasten: souverän und tadellos. Einzig der Gesang ist etwas gewöhnungsbedürftig, was ja aber auch Geschmackssache ist. Insgesamt ein gutes, flüssiges und interessantes Debütalbum aus dem Nachbarland für Freunde von tanzbarer, afrikanisch angehauchter und ganz und gar nicht belangloser Musik.
Bewertung: 10/15 Punkten (KH 10, KR 10)

JAVVA ist:
Piotr Bukowski – guitar, synths, fx
Łukasz Jędrzejczak – organ, synths, fx, samples, vocals, lyrics
Bartek Kapsa – drums, congas, percussion
Mikołaj Zieliński – bass guitar, congas, backing vocals, lyrics.

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