Sons Of Apollo – Live With The Plovdiv Psychotic Symphony

(132:25, 3CDs, InsideOut Music/Sony Music, 2019)
Gleich nach dem ersten Studioalbum ein umfangreiches Live-Package rauszuhauen und dann noch teilweise von einem Orchester unterstützt zu werden, klingt nach richtig geklotzt und dokumentiert den Stellenwert, wie die Supergropup Sons Of Apollo eingeordnet werden möchte. Der amerikanischer Fünfer mit den illustren Protagonisten Mike Portnoy, Derek Sherinian, Billy Sheehan, Jeff Scott Soto und Ron “Bumblefoot” Thal vereint die geballte Metal und Hard Rock Power mit einer gehörigen progressiven Schlagseite.

Ging man letztes Jahr auf ausgiebige Tour quer durch fast alle Kontinente und trat ebenso bei mehreren Festivals (wie z.B. dem Hellfest, Graspop, ProgPower oder Be Prog! My Friend) auf, so war sicherlich der Auftritt am 22.9.2018 im antiken römischen Theater (sehr passend zum Bandnamen) im bulgarischen Plovdiv das beeindruckende Highlight der ersten gemeinsamen Tour. Ein Ort, der bereits in der Vergangenheit für andere Künstler (u.a. Opeth, Devin Townsend, Katatonia, Anathema), eine stimmungsvolle Kulisse lieferte.

Während man bereits bei anderen Konzerten das eigene Material durch ausgiebige Soloparts (u.a. Henry Mancini‘s ‘Pink Panther’ als kraftvolle Gitarrennummer) und diverse Coverversionen anreicherte, gibt es in Plovdiv nicht nur eine weitaus ausgiebigere Setlist, sondern eben noch mehr Eigeninterpretationen bekannter Titel. Relativ logisch sind Dream Theater mit ‘Just Let Me Breathe’ bzw. ‘Lines In The Sand’ vertreten – hier noch um ‘Hell’s Kitchen’ ergänzt – bzw. Van Halens ‘And The Cradle Will Rock…’ als Rückgriff auf die David Lee Roth-Historie von Billy Sheehan.

Vor allem im zweiten Teil der von Orchester und Chor unterstützten Band setzt man auf Bombast und ausschweifende Sinfonik. Das breite musikalische Spektrum reicht von ‘Kashmir’ (Led Zeppelin), ‘Gates Of Babylon’ (Rainbow), ‘Dream On’ (Aerosmith), ‘Diary Of A Madman’ (Ozzy Osbourne), ‘Comfortably Numb’ (Pink Floyd) bis hin zu bis hin zu Queen (‘The Show Must Go On’).

Bei solch musikalischem Overkill ist natürlich auch immer die Frage nach der Sinnhaftigkeit ein Thema. Denn was bringt es, Coverversion andere Künstler opulent einzuspielen, wenn hier nicht eine gewisse eigene Note erkennbar ist? Sons Of Apollo halten sich relativ nahe an den Originalversionen, so dass es hier wohl mehr um eine Verneigung gegenüber den Originalen, denn um eine Neuausrichtung geht.

Dennoch ist auf jeden Fall augenscheinlich, dass dieses Bandprojekt trotz der qualitativ hochwertigen und handwerklich begnadeten Mitstreiter und der Hinzunahme eines Orchesters vor allem vom augenscheinlichen Spaß am gemeinsamen Zusammenspiel, sowie spontanen Interaktionen und instrumentaler Virtuosität geprägt ist und man sich eben nicht nur aufgrund der Namen zusammengetan hat. Das Quintett hat sichtlich Freude am Miteinander, was sicherlich auch daherrührt, dass man in der Vergangenheit bereits zum Teil in anderen Formationen zusammenspielte.

Ansonsten wird hier im Vergleich zu den Studioaufnahmen noch eine gehörige Schippe an Energie, Dynamik und Spielfreude drauflegt. Gerade dies macht diesen ausgiebigen Livemitschnitt zu einer recht kurzweiligen Angelegenheit. Wie bei InsideOut gewohnt ist dieses Album eines besonderes Abends in diversen Formaten (Limited Deluxe 3CD+DVD+Blu-Ray Artbook, Special Edition 3CD+DVD Digipak, Blu-Ray, Digital Album) erhältlich.
Bewertung: 12/15 Punkten (KR 9, KS 12)

Sons Of Apollo (Foto: Hristo Shindov)

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