House of Not – Evergone & the Immaculate Spectacular

(77:47, CD, Freak Street Productions (Eigenproduktion)/Just For Kicks, 2019)
Die aus Toronto stammenden House of Not sind keine Neulinge im Proggeschäft, so haben sie bereits in den letzten knapp 16 Jahren ihres Bestehens drei Alben veröffentlicht und legen nun ihr viertes nach. Was allerdings nicht gleichbedeutend damit ist, dass die Musiker jenseits des Atlantiks bereits in Europa Fuß gefasst hätten. Dass Kanada nicht gerade der Nabel der Prog-Welt ist, dürfte nicht nur den Kennern klar sein, auch wenn einige Vertreter durchaus sehr erfolgreich gerade in unseren Landen agieren. Um sich einen Namen zu erarbeiten, bedarf es zumeist etwas mehr als Können, häufig fehlt es am Quentchen Glück oder einem guten und geschickten Promoter. Auch Betreutes Proggen ist einer der vielen Plattformen im Netz, die Bands wie House of Not eine kleine aber durchaus nützliche Bühne geben wollen.

Und das Trio (Brian Erikson, Eric Stever und Ken (Smog) O’Gorman), das sich auf seinem aktuellen Werk „Evergone & The Immaculate Spectacular” mit vielen Gastmusikern und ausgezeichneten Sänger/Innen verstärkt hat, gehört zu den Formationen, die es m.E. absolut verdient haben, etwas vom großen Progkuchen abzubekommen. Mit den drei Vorgängeralben ist dieses wie gesagt hierzulande leider noch nicht wirklich gelungen. Mit dem vierten Anlauf stehen die Chancen aber gut. House of Not gehört zu den Vertretern des abwechslungsreichen, alternativen Prog Rocks. Einerseits stehen eingängige Melodiebögen im Vordergrund, andererseits kommen Elemente anderer Genres wie z.B. Gospel und R&B zum Einsatz. Zu hören u.a. bei ‘Yet We Remain’ und ‘Behind The Curve’. Das Album ist daher nicht einfach zu charakterisieren, die 18 Tracks wandeln musikalisch zwischen den Welten von Alan Parsons bis hin zu den vielzitierten Pink Floyd. Was allerdings nicht bedeutet, dass weitere Genres und Anleihen aus der Neo Prog-, Pop- und Rockwelt unangetastet bleiben. So erweitert zum Abschluss der zehnminütige Longtrack ‘Kill The Buddha’ mit seinen durch Sitar, Perkussion, mächtige Keyboards und einen kräftigen Bass kreativ geprägten World Music-Elementen den musikalischen, vielleicht sogar den geistigen Horizont des Zuhörers.

Was sich bei anderen Alben als ein stetiger Kritikpunkt darstellt – der Gesang – erweist sich bei diesem Album als eine besondere Stärke und zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Werk. Die Feststellung ist sicherlich nicht übertrieben, wenn von einer gelungenen Verbindung zwischen Musik und den Vocals gesprochen wird.

Die Mischung aus melodischen aber auch technisch bestimmten Kompositionen macht „Evergone & The Immaculate Spectacular“ zu dem was es ist … ein abwechslungsreiches, vielschichtiges, für Prog-Fans besonders interessantes Album.
Bewertung: 10/15 Punkten (KR 10, HR 10)

Lineup House of Not:
Brian Erikson / Gesang, Tasteninstrumente
Ken (Smog) O’Gorman / Gitarren Solo (1,2,6,8,10,18), elektr. Gitarren (1,3,8,9,11,13,14,16,18), Bass (7,8,16), akust. Gitarren, Mandoline, elektr. Sitar, Moog
Eric Stever / Gitarren Solo (4,7,10,18 ), elektr. Gitarren (3,4,7,12,13,15, 15, 17), Gitarre FX (3,4,15)

Gastmusiker:
Dee Brown / Gesang (9,10,16)
Dione Taylor / Gesang (12,13)
Stan Miczek / Bass (2,4,10,12,14), Fretless Bass (6,9)
Lorne Sokoloff / Bass (1,18)
Terry Lesperance / Schlagzeug, Percussions (1,6,7,9,10,12,14,16,18)
Troy Feener / Schlagzeug (2,4)
Omar Ales / Klavier (10)

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