Galaad – Frat3r

(46:22, CD, Lokita Records, 2019)
Nein, (diesmal) kein Tippfehler. Es geht hier nicht um die britischen Neoprogger Galahad, sondern in der Tat um eine Schweizer Formation namens Galaad. Sie erreichten zwar nie den Bekanntheitsgrad ihrer Beinahe-Namensvetter, aber in den 90ern machten sie mit zwei Alben auf sich aufmerksam, die seinerzeit zu den besten Veröffentlichungen des französischen Labels Musea zählten. Und wer hätte es gedacht, dass diese Band mit ihrem beeindruckenden Frontmann Pierre-Yves Theurillat (PiY) urplötzlich wieder aus der Versenkung auftaucht. Natürlich wieder mit PiY, und er hat doch tatsächlich die gleichen Musiker wie damals um sich geschart, die 1992 das exzellente Debütalbum „Premier Fevrier“ einspielten, dem vier Jahre später das nicht minder tolle Album „Vae Victis“ folgte. Zwar gab es danach noch musikalische Lebenszeichen des Sängers, doch der Name Galaad verschwand zunächst gänzlich.

Und plötzlich also dies: “Frat3r” von GALAAD, ein aktuelles Werk, nach über 20 Jahren Pause eingespielt von:

Sébastien Froidevaux – guitares
Gianni Giardiello – claviers
Laurent Petermann – batterie
Gérard Zuber – basse
Pierre-Yves Theurillat – voix / mots.

Man hatte sich also in der Zwischenzeit offensichtlich nicht komplett auseinander gelebt.

Wer Galahad mag, könnte auch viel Freude mit Galaad haben, denn diese sind ebenfalls im sinfonischen Neo-Prog Bereich unterwegs. Allerdings mit dem wesentlichen Unterschied, dass der Gesang auf Französisch präsentiert wird. Galaad präsentieren sich als eingespieltes Team, das spritzigen Neo-Prog präsentiert, bei dem der ausdrucksstarke Gesang von PiY– wie bereits früher schon – eine entscheidende Rolle spielt und zu einem wesentlichen Merkmal und Pluspunkt der Band wird. Die beiden auf Musea erschienenen Alben erhielten seinerzeit in der Presse durchaus positives Echo, und dies sollte auch beim aktuellen Werk nicht anders sein, denn „Frat3r“ bietet auf acht Songs gut auf den Punkt gebrachte Prog-Songs ohne jegliche Durchhänger. In puncto Gesang erinnern sie gelegentlich an Ange, während ihre Musik eher Richtung Nemo einzuordnen ist, wobei allerdings die Tasten etwas stärker gewichtet sind im Vergleich zur Gitarre. Und sie haben auch ein Händchen für schöne Melodien, die sich schnell in den Gehörgängen festsetzen können. Ein sehr erfreuliches, sehr starkes Comeback!
Bewertung: 11/15 Punkten (JM 11, KS 11)

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