AKKU Quintet – Depart

(43:35, CD /LP / Digital, 7D Media/Broken Silence, 2019)
Mit ihrem vierten Album ist das 2010 von Manuel Pasquinelli gegründete AKKU Quintet beim Label 7D Media des ehemaligen King Crimson Mitglieds Trey Gunn gelandet. Aktuell besteht die Berner Formation aus Manuel Pasquinelli (Schlagzeug, Komposition), Michael Gilsenan (Saxophon), Maja Nydegger (Piano, Fender Rhodes), Markus Ischer (Gitarre) und Andi Schnellmann (Bass).

Durch Manuel Pasquinelli besteht eine Verbindung zum Jazz Rock-Ensemble Sonar, während Andi Schnellmann ebenfalls ein Teil von Schnellertollermeier ist. Deswegen kommt es auch nicht von ungefähr, dass der Stil der eidgenössischen Band von der Promotion-Abteilung als minimalistischer-progressiver Jazz umschrieben wird und sich die Band aufgrund ihrer Querverbindungen auf die Fahne schreiben darf, dass Insider wie Steve Feigenbaum, Labelboss von Cuneiform Records, oder die Musiker Bill Laswell und David Torn ihre Musik loben.

Der groovige, von minimalistischen Wiederholungen geprägte Jazz Rock wird auf “Depart” mit langsamen Dynamikveränderungen mehrfach in seiner leicht düsteren Intensität gesteigert. Das lässt bisweilen sogar magmaeske Konturen erkennen, doch setzt das AKKU Quintet auf eine ausschließlich instrumentale Interpretation ihrer musikalischen Vision, die mal von sorgsam eingewobenen, schwebenden Gitarren- oder Saxophonmelodien unterfüttert wird, oder mit Fender Rhodes Akkorden den unterschwellig beeinflussenden Spannungsbogen aufnimmt. Dennoch bleiben die zu erwartenden Ausbrüche wohl dosiert, durchströmt dieses stimmungsvolle Album über weitere Strecken eine auf seine Art mehrheitlich beruhigende Wirkung.

Der Albumtitel “Depart” ist gleichfalls programmatisch zu verstehen, denn aus Sicht der Band ist man im Vergleich zu den Vorgängern wesentlich treibender und expressiver unterwegs. Doch da man den fünf Kompositionen ebenfalls Raum zum Atmen lässt, durchströmt die Musik eine cineastische Weitläufigkeit. Vieles in der Musik ist im Fluss und weit weniger von harschen Brüchen geprägt. Minimalistische, mysteriöse Kopfmusik der besonderen Art, die genügend Raum für die eigene Vorstellungskraft lässt.

Bewertung: 11/15 Punkten (KR 11, KS 11)

Akku Quintet (Foto: Band)

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