Le Rex – Escape Of The Fire Ants

(69:56, CD, Download, Cuneiform Records, 2019)
Le Rex – eine Band aus der Schweiz mit vier Blechblasinstrumenten und Schlagzeug, das klingt schon mal ungewöhnlich, zugleich interessant und spannend. Für nicht alltägliche, experimentelle Hörerfahrungen steht seit vielen Jahren das amerikanische Label Cuneiform, womit diese Verbindung wiederum logisch erscheint. Da es für den offenen Hörer und zur Erweiterung des eigenen musikalischen Horizonts immer wieder Spaß macht, sich auf solch andersartige Exkursionen einzulassen und man somit für die eigene Erfahrung der Kunst Raum gibt, macht es auch für Prog-Fans durchaus Sinn, solch Alben wie “Escape Of The The Fire Ants” genauer durchzuhören.

Schaut man in den Populärbereich, so haben dort bereits etwas andere Blaskapellen wie z.B. die bayerische Formation LaBrassBanda oder die genauso wie Le Rex aus Bern kommenden Traktorkestar einen neuen, etwas anderen Weg für Blasinstrumente bereitet. Die bereits seit diversen Jahren aktiven Le Rex sind mit ihrem bis dato vierten Album eher im jazzigen Bereich unterwegs und spielen in der aktuellen Besetzung Benedikt Reising (Altsaxophon), Marc Stucki (Tenorsaxophon), Andreas Tschopp (Posaune), Marc Unternährer (Tuba) und Rico Baumann (Schlagzeug) mal groovige, mal besinnliche Brass-Musik zwischen Jazz, Big Band Sound im Taschenformat, sowie etwas World Music und freigeistiger Avantgarde (vor allem im das Album abschließenden ‘Der knochige Dürre’) ein.

Leider verliert in den Augen des moderat jazz-affinen Rezensenten das rein instrumentale Album zwischendurch mitunter etwas an Schwung und Schärfe, wirkt es insgesamt traditioneller, weit weniger abenteuerlich, als man dies zu Beginn erwarten durfte. Dennoch entfaltet sich bei dieser Formation immer wieder ein sehr individuelles Eigenleben mit kernigem, sehr lebendigen Brass Sound, der mal sperrig verquer, mal humorvoll lässig daherkommt, genauso über tieftönige Eindringlichkeit verfügt. Einfach mal reinhören.
Bewertung: 10/15 Punkten (wer’s jazzig mag, darf ruhig ein paar Punkte dazu addieren | KR 11, KS 10)

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Marc Stucki

Abbildungen: Le Rex / Cuneiform Records